Streit in der SPD: Wer wird Bundestags-Abgeordneter?

Uwe Frankenberger

Kassel. In der SPD rumort es. Es ist zu Unstimmigkeiten zwischen den Genossen in der Stadt Kassel und denen im Landkreis gekommen.

Es geht um die Nachfolge der SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrike Gottschalck. Sie will sich zurückziehen und nicht mehr antreten.

Die SPD im Landkreis reagierte schnell und präsentierte den hessischen Landtagsabgeordneten Timon Gremmels als Gottschalck-Nachfolger.

Die SPD in der Stadt Kassel brauchte offensichtlich einige Zeit, um diese Nachricht zu verdauen. Am Montag setzte sich schließlich der Unterbezirksvorstand zusammen und kam zu dem Schluss, dass man sich diesen Alleingang nicht gefallen lassen könne. Der Kasseler SPD-Chef Uwe Frankenberger: „Mit dem Vorpreschen des Unterbezirks Kassel-Land sind Fakten geschaffen worden, die ein im Vorfeld zwischen den beiden Unterbezirken abgestimmtes Verfahren nicht ermöglicht haben“

Harsche Worte, die Frankenberger aber in einem Gespräch mit der HNA nicht als Zerwürfnis gewertet haben möchte: „Wir haben mit Timon Gremmels die Situation detailliert besprochen.“

Für die Kasseler SPD stellt sich diese Situation wie folgt dar: Es gebe unter den Kasseler Genossen genügend qualifizierte Personen, die in der Lage seien, „eine derartige verantwortungsvolle Aufgabe“ auszufüllen, heißt es in einer Erklärung der SPD. Der Unterbezirk habe daher einstimmig beschlossen, eine eigen Kandidatur aus Kassel anzustreben. Schließlich sei Kassel der Teil des Wahlkreises für den Bundestagabgeordneten, in dem die meisten Wähler stimmberechtigt seien.

Timon Gremmels

In der ersten Julihälfte möchte die Kasseler SPD dann entscheiden, wer neben Gremmels antritt. Namen von Kandidaten wollte Uwe Frankenberger nicht nennen. Er könne aber sofort etwa fünf Namen nennen von SPD-Mitgliedern, die mühelos den Job in Berlin machen könnten. Wer dazu Lust hat, könne sich jetzt bei ihm oder dem Vorstand des Unterbezirks bewerben, sagt Frankenberger. Wer aus den SPD-Reihen nach Berlin fahren soll, darüber wolle man endgültig am 18. November entscheiden.

Gremmels selbst sieht seine Kandidatur keinesfalls als Vorpreschen an. Am 24. Juni werde die Nominierung erfolgen, also fünf Wochen nachdem Gottschalck bekannt gegeben habe, nicht mehr anzutreten. Und die endgültige Entscheidung, wen die SPD im Wahlkreis als Direktkandidaten aufstelle, sei auf den 18. November terminiert. Es bleibe also noch genügend Zeit, nach Bewerben Ausschau zu halten.

Ein Zerwürfnis zwischen Stadt- und Kreis-SPD sieht Gremmels in der Diskussion ebenfalls nicht. In einer demokratischen Partei sei es üblich, dass es für bestimmte Posten mehrere Bewerber gebe.

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