Gerkenaus Kassel ist neuer Vize-Bundesvorsitzender der Jusos

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Vor dem Kasseler Haus der Mutterpartei SPD in der Humboldtstraße: Johannes Gerken, der neue stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungsozialisten (Jusos).

Kassel. „Über den richtigen Weg streiten – so sollte Politik sein“, sagt Johannes Gerken. In seinem neuen Ehrenamt hat der 26-Jährige dazu reichlich Gelegenheit.

Der Kasseler ist stellvertretender Vorsitzender der Jungsozialisten (Jusos) auf Bundesebene und damit Vize-Chef der rund 70.000 Mitglieder zählenden SPD-Nachwuchsorganisation.

Um den richtigen Weg gilt es nach Gerkens Einschätzung nicht nur mit anderen Parteien zu streiten. „Ich sehe es schon als Funktion der Jusos an, die Mutterpartei auf Fehlentwicklungen hinzuweisen“, meint der neue Bundes-Vize. Wenn es aber zu persönlich werde – wie zuletzt bei der Auseinandersetzung um die Asylpolitik zwischen der Juso-Bundesvorsitzenden Johanna Uekermann und SPD-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel –, werde es schwierig.

Bundeskongress

Seine Wahl kürzlich beim Bundeskongress in Bremen (wir berichteten) kam für ihn kaum überraschend. Das habe sich schon ein wenig abgezeichnet, immerhin sei er bereits seit 2013 beratendes Mitglied im Juso-Bundesvorstand. Im Prinzip werde er künftig etwa das Gleiche machen wie vorher. Allerdings erwarte er, dass externe Termine hinzukommen. Zum Beispiel, wenn die Bundes-Jusos von Verbänden oder zu Veranstaltungen eingeladen werden und er die Vorsitzende vertreten dürfe.

Themenschwerpunkte

Als aus Kassel kommender Vize der Bundes-Jusos versuche er, der Region Nordhessen Gehör zu verschaffen. Allerdings schiebe der SPD-Nachwuchs ja keine regionalen Projekte an, so Gerken. Als seine Themenschwerpunkte nennt er die Europapolitik – vor allem mit Blick auf die umstrittenen Freihhandelsabkommen – sowie die Wirtschaftspolitik. Die europäischen Krisen, etwa die der Banken, seien alle noch da, meint Gerken. „Das dürfen die Jusos nicht vergessen.“

Der aus Norddeutschland stammende Gerken lebt und arbeitet in Kassel. Ein- bis zweimal im Monat fährt er nach Berlin, um an Sitzungen des Bundesvorstandes und anderer Gremien teilzunehmen.

„Ich sehe es schon als Funktion der Jusos an, die Mutterpartei SPD auf Fehlentwicklungen hinzuweisen.“

Kommunalwahl-Kandidat

In der Stadtpolitik engagiert er sich ebenfalls, ist seit 2013 stellvertretender Vorsitzender der Kasseler SPD. Der Diskurs-Gedanke sei in der heimischen SPD intensiv ausgeprägt, das Verhältnis zwischen Jusos und SPD sei sehr gut, meint Gerken. Zur Kommunalwahl kandidiert er auf dem 7. Platz der SPD-Liste, wird aller Voraussicht nach 2016 in die Stadtverordnetenversammlung einziehen.

Promotion

Ob er die Politik zum Beruf machen wolle, könne er noch nicht sagen. „Eigentlich strebe ich eine wissenschaftliche Tätigkeit an“, sagt Gerken, der im Sommer mit seiner Promotion begonnen hat. Zeit für weitere Hobbys bleibe ihm neben Uni und Politik kaum. Ein freies Wochenende nutze er, um sich mit Freunden zu treffen. Gern auch ganz ohne Politik.

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