Preis bei Unikat-Wettbewerb

Studenten entwickeln Videospiel anhand selbst gebauter Modelle

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Kreatives Konzept: Isabel Paehr und Jasper Meiners verwandeln ihre selbst gebauten Modelle mit Kameras und Tricktechnik in eine digitale Abenteuerwelt.

Kassel. Vier Studenten der Uni Kassel entwickeln buchstäblich in Handarbeit ein eigenes Videospiel. Sie bauen in einem Atelier der Kunsthochschule kleine Modellwelten und übertragen diese dann mit Tricktechnik in ein digitales Abenteuer.

Der Unternehmerverband Nordhessen ehrte die Studenten jetzt beim Ideenwettbewerb Unikat mit einem Sonderpreis.

In dem Videospiel „Symptom“ spielt man einen Maulwurf, der unterirdische Gänge erkundet, einer bösen Kröte begegnet und Rätsel lösen muss. „Das Besondere an unserem Spiel ist, dass jeder Pixel handgemacht ist“, sagt der 24-jährige Jasper Meiners, der an der Kunsthochschule Neue Medien studiert. Denn alles, was später einmal auf dem Bildschirm zu sehen sein wird, hat er mit seinen Kommilitonen Isabel Paehr und Mario Strahl zuvor selbst gebaut: Aus Pappmaschee, Kleister, Holzlatten, Farbe, Erde und Drähten.

Das fertige Spiel soll aus voraussichtlich zwölf Kapiteln bestehen. Für jedes Kapitel basteln die Studenten in ihrem Atelier einen etwa einen Meter langen Raum. „Wir fotografieren die Modelle, fügen sie zu einer digitalen Spielwelt zusammen und animieren die Figuren“, sagt Isabel Paehr. Sieben Räume seien bereits fertig.

Technisch unterstützt wird das Trio, das vor eineinhalb Jahren mit dem Bau erster Modelle begonnen hat, vom Kasseler Informatikstudenten Andreas Wolny. „Vergleichbare Videospiele gibt es so gut wie noch gar nicht“, sagt Jasper Meiners und bezieht sich dabei einerseits auf die ungewöhnliche Machart. Andererseits gehe es bei dem Spiel nicht vorrangig um Geschicklichkeit: „Es lebt vielmehr von der einzigartigen Atmosphäre und der Geschichte.“

Screenshot aus dem Videospiel.

Deshalb rechnen sich die Studenten auch gute Chancen aus, auf dem boomenden Videospiele-Markt eine Nische besetzen zu können. Sie wollen das Spiel, das voraussichtlich im Frühjahr 2015 komplett sein wird, vermarkten. Geplant sei sowohl eine Computerversion als auch eine App für mobile Endgeräte, sagt Isabel Paehr.

Ihr Konzept haben die Studenten kürzlich beim Ideenwettbewerb Unikat einer Fachjury vorgestellt - mit Erfolg. Sie gewannen den mit 500 Euro dotierten Sonderpreis des Unternehmerverbandes Nordhessen. Das Preisgeld wollen sie unter anderem in neues Baumaterial investieren. Denn das haben sie bislang aus eigener Tasche bezahlt.

Von Sebastian Schaffner

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