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Sturm-18-Gründer Bernd T. soll Freundin in Bauch getreten haben

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Auf dem Friedrichsplatz hat sich die Kameradschaft „Sturm 18 Cassel“ früher immer gern aufgehalten: Das Foto zeigt den Anführer Bernd T. (rechts) mit einem Mitstreiter am 17. September 2011. Archivfoto:  Feldmann / nh
Auf dem Friedrichsplatz hat sich die Kameradschaft „Sturm 18 Cassel“ früher immer gern aufgehalten: Das Foto zeigt den Anführer Bernd T. (rechts) mit einem Mitstreiter am 17. September 2011. Archivfoto:  Feldmann / nh

Kassel. Neonazi Bernd T., Gründer der rechtsextremen Kameradschaft „Sturm 18 Cassel“, muss sich 2015 vorm Kasseler Landgericht wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung verantworten.

Das bestätigt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, auf Anfrage der HNA.

Die Anklage wirft dem 40-jährigen Kasseler Bernd T. vor, am 7. Juli dieses Jahres seine damalige Lebensgefährtin (21) in der gemeinsamen Wohnung in Wehlheiden mehrfach geschlagen und in den Unterleib getreten zu haben. Wied bestätigt, dass die Frau schwanger war. Zwei Tage später soll er zudem eine 16-Jährige geschlagen haben. Es geht also um zwei Fälle, die verhandelt werden sollen.

Ursprünglich war gegen Bernd T., der seit Juli wieder in Untersuchungshaft sitzt, auch wegen des Verdachts der Vergewaltigung der 16-Jährigen ermittelt worden. In diesem Punkt sei allerdings kein hinreichender Tatverdacht mehr gegeben, sagt Wied. Das Landgericht hatte ein Glaubwürdigkeitsgutachten der 16-jährigen Zeugin in Auftrag gegeben, das zu einem entsprechenden Ergebnis geführt habe.

Im Juli dieses Jahres hatte auch die Nachricht für Aufregung gesorgt, dass „Sturm 18“ vom Amtsgericht Kassel in das Vereinsregister eingetragen worden war. „Sturm 18“ habe alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, die Satzung des Vereins entspreche den gesetzlichen Anforderungen, hatte damals der Sprecher des Kasseler Amtsgerichts ausgeführt. Das Amtsgericht Kassel dürfe bei der Eintragung gar nicht prüfen, welche „tatsächlichen Motive hinter der Vereinseintragung“ stünden.

Beim hessischen Innenministerium schätzte man die Lage allerdings etwas anders ein. Man prüfe ein Vereinsverbot von „Sturm 18“, sagte Sprecher Marco Krause im Juli. Man habe bereits Mitte Juni 2014 das Landeskriminalamt mit vereinsrechtlichen Vorermittlungen beauftragt.

Allerdings ist man im Innenministerium noch zu keinem Ergebnis über die Zukunft des Vereins gekommen. „Die Prüfung läuft noch“, sagte Krause am Montag auf Anfrage der HNA.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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