Suche nach Fernbushalt stockt: Im März will Stadtbaurat Konzept vorlegen

Zweiter Halt: Auch in Kaufungen-Papierfabrik stoppen die Fernbusse. Archivfoto: Zgoll

Kassel. Der Boom des Fernbusmarktes ist in Kassel besonders sichtbar: Wegen der zentralen Lage, die auf vielen Routen liegt, steuern täglich über 50 Fernbusse die Stadt an.

Weil ein Großteil der Busse sich durch den Innenstadtverkehr bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe quälen muss, ärgern sich nicht nur die Busfahrer, sondern auch viele Anlieger. Deshalb wurde bereits im Februar 2013 der Magistrat beauftragt, einen neuen Fernbusbahnhof zu schaffen. Das Vorhaben geht aber nur stockend voran.

Christof Nolda

„Im März will ich ein Konzept für den neuen Standort vorlegen. Ich will eine langfristige Lösung“, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) auf HNA-Anfrage. Mit Hilfe von Gutachtern seien in den vergangenen Monaten zwei Standorte intensiv untersucht worden. Eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. Welche Standorte dies sind, will Nolda nicht sagen. Nach HNA-Informationen handelt es sich um die Leisterschen Wiesen am Platz der Deutschen Einheit und den Standort Auestadion/ Eishalle. Der Vorteil: Beide Standorte haben eine gute Autobahnanbindung.

Das Konzept der Stadt werde eine Kostenkalkulation enthalten und Vorschläge für das Geschäftsmodell, so Nolda. Denkbar sei, dass die Stadt den Fernbusbahnhof baut und einen Betreiber sucht, der sich über die Halteentgelte der Busfirmen finanziert. Auch sei es möglich, dass die Stadt den Bahnhof in Eigenregie führt.

Im Vorfeld der Standortsuche hatte die Stadt Fahrgäste nach ihren Wünschen gefragt. Zudem gab es Gespräche mit den Fernbusanbietern über deren Präferenzen. Letztere haben das Ziel, nicht mehr mit ihren Bussen durch die Stadt fahren zu müssen. Wilhelmshöhe wird von Meinfernbus (täglich 32 Halte), Postbus (2 Halte), Ecolines (2 Halte) und Berlinlinienbus (2 Halte) angefahren.

Neben dem Fernbushalt am Bahnhof Wilhelmshöhe gibt es mit Kaufungen-Papierfabrik einen zweiten. Dort sind es aber nur 14 Halte des Anbieters Flixbus, der inzwischen mit Meinfernbus fusioniert ist. Ein zentraler Fernbusbahnhof würde diese Standorte überflüssig machen.

Opposition: Nolda verzögert

Die Oppositionsfraktionen im Rathaus üben Kritik daran, dass trotz mehrjähriger Planungszeit immer noch kein konkretes Ergebnis auf dem Tisch liegt. Stadtbaurat Nolda habe das Thema verschlafen, so Dominique Kalb (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung.

Heinz Gunther Drubel (FDP) sagte, dass Nolda den Stadtverordneten angekündigt habe, „ab Sommer 2014“ seine Pläne vorzulegen. Anschließend habe er das Thema immer weiter verschleppt und die Stadtverordneten vertröstet.

Das sagt der Fernbusanbieter:

„Die Situation am Bahnhof Wilhelmshöhe ist für unser Fahrpersonal sehr unübersichtlich. In der dortigen Buswendeschleife werden oft private Pkw abgestellt, die unsere Busse behindern“, beschreibt Jörn Roßberg, Sprecher von Meinfernbus/ Flixbus, die Situation. Auch die Anfahrt sei komplizierter als nach Kaufungen-Papierfabrik. In Kaufungen wiederum sei die Anbindung der Fahrgäste nicht so gut. Bei Fahrgastbefragungen sei herausgekommen, dass der Bahnhof Wilhelmshöhe besser angenommen werde. Zudem fehle in Kaufungen wichtige Ausstattung (WC/ Imbiss/Unterstand). Nach Gesprächen mit der Gemeinde Kaufungen solle dies aber verbessert werden. „Langfristig sind aber beide Stationen nicht optimal“, so Roßberg. Insofern sei es wünschenswert, wenn die Stadt Kassel in den nächsten Jahren einen zentralen Anfahrtspunkt anbieten würde.

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