Im Juni war jeder vierte Fernzug am Bahnhof Wilhelmshöhe unpünktlich

Kassel. Wer von Kassel mit dem Zug Richtung Süden fährt, muss häufiger mit Verspätungen rechnen als bei Zielen in Norddeutschland. Das belegt eine Auswertung der Fernverbindungen des IC-Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe während der vergangenen drei Monate.

Die Punkte auf der Deutschlandkarte zeigen deutlich: Ob Nürnberg oder Mannheim, Würzburg oder Baden-Baden, nicht einmal zwei von drei Zügen aus Kassel kommen pünktlich ans Ziel. Besonders unzuverlässig sind die Verbindungen nach Regensburg, wo seit Anfang April 60 Prozent der Züge von Wilhelmshöhe mehr als fünf Minuten verspätet einfuhren – jeder sechste kam sogar mehr als 15 Minuten hinter dem Fahrplan an. Allerdings gibt es in die Oberpfalz im Schnitt auch nur 35 Verbindungen pro Monat.

Viel Verspätung in Stuttgart

Deutlich häufiger, nämlich 422 Mal im Monat, wird Stuttgart angefahren und gehört zu den wichtigsten Bahnzielen aus Kassel. Wer allerdings dorthin unterwegs ist, sollte seine Ankunft nicht zu knapp kalkulieren: 41 Prozent der Züge aus Kassel kommen mit Verspätung in Stuttgart an.

Mit einem Zeitraum von drei Monaten habe die Untersuchung eine verlässliche Basis, sagt Heiko Miertzsch, Geschäftsführer der Kasseler Softwarefirma Eoda, die die Daten für die HNA auswertet. Einzelereignisse würden nicht so stark ins Gewicht fallen. „Das Ergebnis muss man ernst nehmen“, sagt Miertzsch.

Besser sieht das Ergebnis bei Zielen im Norden aus. In Hannover – nach Göttingen das zweithäufigste Ziel ab Kassel – kommen drei von vier Zügen pünktlich an. Im Hamburger Hauptbahnhof liegt die Verspätungsquote sogar bei elf Prozent. Doch aufgepasst: Innerhalb Hamburgs nimmt die Verspätung schnell zu, und in Altona ist schon fast jeder dritte Zug unpünktlich.

Im Juni Platz im Mittelfeld

In der Verspätungsstatistik lag Wilhelmshöhe im Juni unter den großen deutschen Bahnhöfen mit Platz 29 im vorderen Mittelfeld. Von den 3797 Fernzügen war jeder vierte (25,3 Prozent) verspätet. Allerdings hat die Quote zum Ende des Monats deutlich zugenommen. Vergangenen Freitag sorgten heftige Unwetter sogar dafür, dass mehr als die Hälfte aller Züge (56,7 Prozent) unpünktlich war.

Von Marcus Janz

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