Tatort liegt wieder in der Kasseler Südstadt

Betrieb in Kita Landaustraße ist durch Brand nicht gefährdet

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Total verkohlt: Der Brand wurde an dem Eckgebäude gelegt und beschädigte die Holzfassade und das Dach. Der sich auf zwei Geschosse erstreckende Gruppenraum in dem Bereich ist vorerst nicht benutzbar.

Kassel. Als in der Nacht um 4 Uhr die Flammen an dem Kita-Gebäude an der Landaustraße hochschlugen, schliefen alle Mädchen und Jungen noch zu Hause in ihren Betten.

Aber als sie am Montagmorgen in den Kindergarten kamen, war es für viele Kinder schlimm zu sehen, dass ihre Kita gebrannt hat.

„Die Kinder waren richtig durch den Wind“, sagt Annette Rosenbaum, Leiterin des städtischen Kindergartens. Das Eckhaus des lang gezogenen Gebäudetrakts direkt neben dem Spielplatz an der Aue ist bis unter das Dach verkohlt.Auf der Terrasse vor der Tür des Gruppenraums liegen schwarze Brocken und Scherben. Durch die Hitze des Feuers waren einige Fenster geborsten. Am Vormittag untersuchen Brandermittler der Kasseler Kripo den Tatort. Parallel begutachtet ein Statiker die Schäden am Gebäude. Die Polizei geht davon aus, dass der Brand mutwillig gelegt wurde. Wahrscheinlich setzte der Täter Brandbeschleuniger ein, um die Holzverschalung in Flammen aufgehen zu lassen.

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„Mir ist unerklärlich, warum jemand an einer Kita zündelt“, sagt Kita-Leiterin Rosenbaum. Durch die Fassade aus Lärchenholz hatte der Täter jedenfalls eine vielversprechende Angriffsfläche. Das Feuer konnte sich schnell ausbreiten. Ein Anwohner hatte den Brand um kurz vor 4 Uhr bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Durch deren schnelles Eingreifen konnte der Brand auf die Fassade begrenzt werden, die Räume im Innern blieben verschont. Lediglich Rauch drang ein. Die 23 Kinder aus dem Gruppenraum, der sich in dem Eckbereich über zwei Geschosse erstreckt, zogen am Morgen in den Bewegungsraum der Kita um, die von insgesamt 115 Kindern besucht wird. „Organisatorisch ist das kein großes Problem“, sagt die Kita-Leiterin. Nach der Grundsanierung des Gebäudes vor nicht einmal zwei Jahren sei man noch gut darin, Übergangslösungen zu finden. Umso ärgerlicher jedoch, dass nach der Instandsetzung nun ein großer Schaden angerichtet wurde.

Die Brandstiftung an der Kita befeuert auch die Sorgen im Stadtteil. Seit vergangenem Dezember gab es immer wieder Brandstiftungen – bisher gingen dabei lediglich Autos oder Müllcontainer in Flammen auf. Zuletzt war in der Nacht zu Montag vor einer Woche ein BMW unweit der Kita angezündet worden. Seit Dezember war das der achte Autobrand im Bereich von Südstadt und Karlsaue – im gesamten Stadtgebiet gab es 16 Fälle. Linda Schumann, die gestern Vormittag mit ihren Kindern auf dem Spielplatz Landaustraße war, ist erschüttert, dass der Brandstifter selbst vor einem Kindergarten nicht halt macht. „Da hört der Spaß auf“, sagt die 27-Jährige, die als Tagesmutter arbeitet. Selbst ihr Sohn Finn hat in der Grundschule schon von einem Klassenkameraden gehört, dass deren Auto abgebrannt sei. „Wir achten auch schon darauf, das Auto nicht mehr in der Nähe von Papiercontainern zu parken“, sagt die Südstädterin.

 

Hinweise an die Polizei: Tel. 0561/91-00.

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