Fall reiht sich in Brandstiftungsserie in Südstadt ein

Unbekannte steckten Kasseler Kita in Brand: 50.000 Euro Schaden

+

Kassel. In der Kasseler Südstadt hat in der Nacht zu Montag wieder ein Brandstifter zugeschlagen: An der Kindertagesstätte Landaustraße wurde die Holzfassade in Brand gesteckt.

Dabei ist ein Schaden von 50.000 Euro entstanden. Einen technischen Defekt schließen die Ermittler aus, auch Fahrlässigkeit als Ursache halten sie für unwahrscheinlich. Sie gehen davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Vermutlich wurde dabei Brandbeschleuniger eingesetzt.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Brandstiftungen ein, die Ende vergangenen Jahres in der Südstadt ihren Ursprung nahm. Bislang wurden vor allem Autos in Brand gesteckt - seit Dezember gab es 16 Fälle. Nun ist erstmals an einem Gebäude Feuer gelegt worden.

Die Feuerwehr wurde nach eigenen Angaben gegen 3.40 Uhr alarmiert. Der Brand brach im rückwärtigen, zur Karlsaue gelegenen Teil des Kita-Gebäudes aus: an einer Ecke im Übergang einer Holzterrasse zur Fassade, die aus Lärchenholz besteht. Dank des Einsatzes der Feuerwehr konnte der Brand auf die Außenhaut des Hauses begrenzt werden, im Innenraum kam es zu einer leichten Verrauchung.  Verletzt wurde niemand. Die Polizei setzte mehrere Streifen zu Ermittlungen und vorsorglich auch zur Fahndung nach einem möglichen Tatverdächtigen ein, bislang blieb die Suche aber erfolglos. Der Kitabetrieb kann weitergehen, ein Gruppenraum ist aber vorerst aber nicht nutzbar. 

Die Polizei hat noch keine Erkenntnisse, ob hinter dem Kita-Brand ein Täter steckt, der auch für eine Reihe der Autobrände verantwortlich sein könnte. Erst vor einer Woche war – ebenfalls in der Landaustraße – ein Auto in Flammen aufgegangen. Ein Zusammenhang sei wegen der räumlichen Nähe der Tatorte denkbar, sagte Polizeisprecher Torsten Werner. Andererseits seien Vorgehensweise und Zielobjekt diesmal anders als bei den Autobränden.

Aktualisiert um 13.49 Uhr

Ende Mai hatte die Polizei einen 22-jährigen aus der Südstadt gefasst, der im Verdacht steht, zumindest einen Teil der Autobrände gelegt zu haben. Er ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. „Wir haben eine Reihe von Tatverdächtigen im Fokus, die bereits wegen ähnlicher Delikte auffällig geworden sind“, sagte Polizeisprecher Werner. Aus ermittlungstaktischen Gründen machte er keine näheren Angaben.

Die Kasseler Kripo hofft nun auf Zeugenhinweise, die auf die Spur des Täters oder der Täter führen. Wenn jemand verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll er sich unter der Telefonnummer 0561 / 9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen melden.

Hier hat es gebrannt

Lesen Sie auch:

- Nach Autobrand-Serie fährt die Polizei jetzt verstärkt Streife

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.