Polizei ermittelt wegen politischer Straftat

Brennende Autos in Kassel: Anarchisten bekennen sich zu Taten

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Kassel. Ein Teil der Brandanschläge auf Autos in Kassel hat politische Hintergründe. Offenbar ist eine linke Tätergruppe für einige Taten in Kassel verantwortlich.

Diese sympathisiert offenbar mit der Berliner Hausbesetzerszene Rigaer 94 und soll für den Brand eines Mercedes und eines BMWs in der vergangenen Woche in der Kasseler Südstadt und in Wehlheiden verantwortlich sein.

Ein entsprechendes Bekennerschreiben wurde am späten Dienstagabend unter dem Pseudonym Anarchist auf der Internetseite linksunten.indymedia.org veröffentlicht. Hintergrund der Brandanschläge in Kassel sind demnach die massiven Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und der Hausbesetzerszene in der Rigaer Straße 94 in Berlin.

Auf der Seite heißt es: „Seit Wochen wird die Rigaer 94 durch Polizisten drangsaliert. Auch in Kassel wird Solidarität gezeigt: In der Nacht zum Montag, 5.7.2016, wurden sowohl in der Südstadt als auch im Vorderen Westen zwei Luxuswagen angezündet.“

Polizeisprecher Torsten Werner bestätigte jetzt auf Anfrage der HNA, dass die Polizei in den beiden Fällen inzwischen wegen einer politisch motivierten Straftat ermittele. Neben den angezündeten Fahrzeugen seien R 94-Zeichen auf die Straße aufgebracht worden. Das habe sich aber erst im Laufe der Ermittlungen ergeben, so Werner. Die Polizei habe gegenüber der Öffentlichkeit keine Informationen unterdrücken wollen. In der ursprünglichen Pressemitteilung war keine Rede davon gewesen, dass linksextreme Täter für die Brandstiftungen in Frage kommen könnten.

Die Polizei sieht diese beiden Fälle in der Südstadt und in Wehlheiden aber in keinem Zusammenhang zu den anderen Brandstiftungen, die seit Anfang des Jahres in Kassel begangen worden sind. 14 weitere Autos wurden angesteckt, zuletzt steckte ein Brandstifter Anfang dieser Woche die Kita Landaustraße in der Südstadt an.

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