Ergebnis der Obduktion

Badeunfall im Bugasee hatte medizinischen Grund

Schilder weisen auf das Badeverbot hin.

Kassel. Der Badeunfall im Bugasee, bei dem vergangene Woche ein 78-Jähriger aus Kassel gestorben ist, hatte eine medizinische Ursache. 

Das hat die Obduktion des Leichnams ergeben. Der Schwimmer sei aufgrund eines akuten medizinischen Notfalls unter Wasser geraten und letztlich auch daran gestorben, berichtet Polizeisprecher Matthias Mänz.

Ein Fremdverschulden können ausgeschlossen werden. Hinweise darauf, dass die Unterwasserpflanzen im See bei dem Unglück eine Rolle spielten, gebe es nicht.

Der 78-Jährige war am Dienstag voriger Woche mitten im sogenannten FKK-See in Not geraten und untergegangen. Die Suche nach dem Verunglückten war wegen der dichten Unterwasserpflanzen zunächst erfolglos geblieben. Erst am Freitag wurde der Leichnam aus dem See geborgen.

Badeverbot wird ignoriert 

Flatterband am Strand: Die Badegäste gehen trotz des Verbots im FKK-See baden. Dort war vorige Woche ein 78-jähriger Schwimmer tödlich verunglückt. Foto: Rudolph

Das Baden im FKK-See ist seit dem Unglück verboten. Schilder rund um den See weisen darauf hin. Die Einstiegsstellen sind zudem mit rotem Flatterband abgesperrt. Das habe man „aus Pietätsgründen“ angeordnet, sagte Stadtsprecher Sascha Stiebing auf Anfrage. Mit Sicherheitsbedenken habe die Sperrung nichts zu tun. Auch nach dem Fund des Leichnams habe man - auch aus Rücksicht auf Angehörige - noch abwarten wollen, bis das Ermittlungsverfahren abgeschlossen sei.

Viele Besucher des FKK-Sees scheren sich allerdings nicht um das Badeverbot. Rund um die Unglücksstelle herrscht seit Tagen wieder reger Betrieb. Dass das Verbot nicht respektiert werde, bedauere man, sagte der Stadtsprecher. Man werde aber nichts gegen die Badenden unternehmen. Jetzt, da das Obduktionsergebnis vorliege, solle der See „zeitnah“ wieder freigegeben werden.

Viele Unterwasserpflanzen 

Nach dem Unfall hat sich eine Diskussion um die vielen Unterwasserpflanzen im FKK-See entsponnen. Gerade der in unmittelbarer Nachbarschaft zur Fulda liegende See ist dicht bewachsen, da er als eine Art natürlicher Filter fungieren soll: Die Nährstoffe, die aus dem Fluss in den See gelangen, werden von den Pflanzen zum Großteil aufgenommen. So dringen weniger Nährstoffe in den Rest des Sees vor, wo sie das Wachstum auch der giftigen Blaualgen befördern würden. Deshalb lässt die Stadt im FKK-See die Pflanzen weitgehend stehen.

Um das Baden dennoch zu ermöglichen, wurden jedoch vor Kurzem neben den offiziellen Badestränden der Buga auch die Einstiegsbereiche im FKK-See gemäht. Der beauftragte Unternehmer hatte dabei auch eine „Schwimmschneise“ quer durch den See geschnitten. Wer diese verlasse, müsse allerdings mit Unterwasserpflanzen an den Beinen rechnen, so der Spezialist für Unterwassermahd. Wer beim Kontakt mit den Pflanzen zu Panik neige, dem sei also zur Vorsicht geraten.

Aufnahmen von der Suche am Bugasee:

Badeunfall im Bugasee: Suche nach vermissten Schwimmer

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