Projekt medien@schule

Vor einem Jahr wurde der Bugasee gesperrt - was steckte dahinter?

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Schöner Anblick: Bugasee bei Sonnenuntergang. Aufgenommen wurde das Bild Mitte März.

Im Rahmen des Projektes „medien@schule“ haben Schüler der Klasse 8b der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel über das Thema Badeverbot an der Buga geschrieben.

Der Bugasee in Kassel liegt in der Nähe der Aue und ist verbunden mit der Fulda. Man erreicht die Buga mit den Buslinien 16 und 25, oder mit dem Auto und auch zu Fuß. Inklusive eigenem FKK-Bereich und vielen Freizeitmöglichkeiten, kann man hier kostenlosen Badespaß genießen.

Im Sommer 2008 und 2015 war dies nicht immer der Fall. Aus verschiedenen Gründen war die Buga in diesen Jahren gesperrt. Deshalb haben wir Herr H. Kleinfeldt, von dem gewässerökologischen Büro ECORING einige Fragen gestellt. Laut H. Kleinfeldt wurde die Sperrung hauptsächlich durch Blaualgen verursacht, eher untergeordnet durch die Badegäste, da diese ebenfalls zur Nährstoffbelastung der Buga beitragen.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erklärt er uns, dass es nicht sicher sei, dass die Buga nun weiterhin sauber bleibe und dies stark von der Wetterlage, bzw. von den Temperaturen abhänge. Wenn es z.B. sehr heiß würde, sei es sehr wahrscheinlich, dass die "Verschmutzung" des Sees erneut auftrete. Sobald es allerdings auch ab und zu mal abkühlt oder auch regnet, die Lufttemperatur abkühlt, dürften die Blaualgen nicht wieder auftreten, wie in den vorherigen Jahren. Er betont, dass dies aber insgesamt sehr schwer vorhersehbar sei.

Zu unserer letzten Frage, wie man denn einen See bereinigen könne, sagt er, dass dies sehr schwierig sei, da unter anderem die Fulda direkt vorbei fließe und wahrscheinlich auch in unterirdischer Verbindung zu dem See stehe. Letztendlich müsse man die Wasserpflanzen weiterhin fördern, da diese in Konkurrenz zu den Algen stehen. Je mehr Wasserpflanzen es seien, desto weniger Nährstoffe stünden für die Blaualgen zur Verfügung. Wichtig sei, dass man unterscheide zwischen Wasserpflanzen und den Algen.

Außerhalb unseres Gesprächs mit Herr Kleinfeldt haben wir unter verschiedenen Quellen im Internet recherchiert, warum die Buga im Sommer 2015 gesperrt wurde, denn dies hatte andere Gründe.

Am 5. Juni 2014 verschwand im Bugasee ein 60-jähriger Mann aus Baunatal. Laut Polizei soll sich der Mann wohl im alkoholisierten Zustand beim Schwimmen in den Wasserpflanzen verfangen haben.

Bei der Stadtverwaltung Kassel fragten wir nach, ob es seit dieser Verschmutzung und den Badeunfällen neue Verhaltensregeln an der Buga gibt und Nein, es gibt seit der Sperrung keine neuen Regeln an der Buga. Diesen Sommer kann man wieder unbesorgt an die Buga baden gehen.

Hintgerund Blaualgen:

Cyanobakterien machen jedes Jahr im Sommer auf sich aufmerksam, dann überziehen die früher als „Blaualgen“ bezeichneten Bakterien nährstoffreiche Seen mit unappetitlichen Teppichen dessen Farben von blau und grün bis schwarz reichen. Es gibt tausende verschiedene Arten, aber nur vierzig sind giftig.

Sie produzieren Toxine (Giftstoffe). Blaualgen benötigen wie fast alle Organismen für ihren Wachstum Phosphor und Stickstoff. Die Bakterien haben die ungewöhnliche Fähigkeit, notwendigen Sauerstoff aus der Luft zu beziehen, um ihn in Nährstoffe und Eiweiße umzuwandeln. Dadurch laden sie zusätzlich Nährstoffe in ein schon überdüngtes Ökosystem. Normalerweise sind die von den Cyanobakterien produzierten Toxine in geringer Menge für gesunde Menschen ungefährlich, wenn sich an windstillen Tagen die Blaualgen jedoch an der Oberfläche des Wassers konzentrieren, dann kann sich in den Teppichen die Konzentration der Giftstoffe so weit erhöhen, dass es zu Beeinträchtigungen wie Hautreizungen, beim Verschlucken auch Übelkeit und Erbrechen kommen kann.

Bei Tieren, die Wasser getrunken haben, ist es wiederholt zu Todesfällen. Das Ausmaß einer Blüte kann man erfassen, in dem man Sinkstofffallen benutzt. Das sind große im Wasser hängende Trichter, die absinkende Partikel auffangen, die in Probeflaschen gesammelt werden.

Von Johanna, Paula und Elena

Anmerkung: Rund 250 Acht-, Neunt- und Zehntklässler haben im Rahmen des Projektes „medien@schule“ Artikel, Fotos und Videos für HNA.de erstellt. Das Projekt von Hessischer Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und der HNA findet im Rahmen von „Medien machen Schule“ statt. Es soll zeigen, wie neue Medien und soziale Netzwerke wie Facebook, Youtube, Twitter und Instagram funktionieren. Hier finden Sie weitere Artikel, die während des Projekts entstanden sind.

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