Insolvenzforderungen in fünfstelliger Höhe

Festival Mai Jam findet 2016 nicht statt - Verein geht das Geld aus

Findet in diesem Jahr nicht statt: Das Hip-Hop-Festival Mai Jam hatte in den vergangenen Jahren mehrere tausend Besucher nach Niederzwehren gezogen. Foto: Schachtschneider

Kassel. Das Hip-Hop-Festival „Mai Jam" findet in diesem Jahr nicht statt. Den Veranstaltern ist das Geld ausgegangen. Die vom gleichnamigen Verein organisierte Musikveranstaltung hatte zuletzt tausende Besucher angezogen.

Jetzt mussten die Mitglieder Insolvenz anmelden.

Seit 1997 fand der Mai Jam am Maifeiertag in der „Hall of fame“ unter der Autobahn 49 an der Giesenallee statt. 2013 hatte sich dann für die Organisation der gleichnamige Verein gegründet. „Im vergangenen Jahr hatten wir an zwei Tagen fast 8000 Besucher“, sagt der Vorsitzende des Vereins Markus Quinting. Trotzdem sei der Verein in finanzielle Schieflage geraten. Grund dafür sei laut Quinting vor allem die Sicherheitsauflagen gewesen. Notwendige Gelder für Rettungskräfte und Notfallmaßnahmen. Für eine Veranstaltung ohne Eintritt sei die Summe einfach nicht zu stemmen gewesen. Nach Gesprächen mit der Stadt sei für dieses Jahr nur ein „sehr geringer“ Betrag zur Unterstützung der Veranstaltung zugesagt worden. Laut Quinting könne man die Summe allein mit Sponsoren nicht ausgleichen.

Der Vorsitzende wirft der Stadt mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. Auch würden zu wenig Mittel bereitgestellt, um Kulturveranstaltungen für Jugendliche zu unterstützen.

Im Herbst hatten der Verein Mai Jam zusammen mit den Betreibern des Clubs Arm zu einer Veranstaltung zur Rettung des Festivals eingeladen. Dabei sind so Quinting 3000 Euro zusammengekommen. Aber es sei immer noch eine fünfstellige Summe offen, so dass eine Insolvenz unvermeidbar gewesen wäre.

Ob die Musikveranstaltung 2017 stattfinden kann, ist noch fraglich. Das wäre möglich, wenn sich erneut ein Verein zur Organisation gründen würde, sagt Quinting.

Hintergrund: Insolvenz bei Vereinen

Wenn ein Verein Insolvenz anmeldet, dann haftet nicht automatisch der Vorstand für die ausstehenden Verbindlichkeiten. Das ist nur der Fall, wenn die Vorstandsmitglieder die Insolvenz mitverschuldet haben beispielsweise durch die Unterschlagung oder Verschwendung von Geldern. Mit dem noch vorhandenen Vermögen werden zuerst die Kosten für das Insolvenzverfahren gedeckt. Wenn dann noch Geld vorhanden ist, werden damit die im Insolvenzverfahren entstehenden Verbindlichkeiten beglichen. Zuletzt wird noch vorhandenes Vermögen verwendet, um die Forderungen der Gläubiger zu begleichen. Zu einer kompletten Zahlung kommt es selten. Es werden lediglich nach einer Quote berechnete Abschläge an die Gläubiger gezahlt.

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