Mit Kultur im Aufwind

Kommunalwahl 2016 in Kassel: Spitzenkandidaten der Südstadt

Urbanes Quartier: Dieser Blick von der neuen Grimmwelt auf dem Weinberg in Richtung Südstadt ist seit Eröffnung des Grimm-Museums populär geworden. Man sieht das Band der Frankfurter Straße, wo sich am Fuße des Weinbergs in den vergangenen Jahren eine lebendige Galerien- und Kulturszene etabliert hat. Archivfoto: Fischer/nh

Am 6. März sind Kommunalwahlen. Die Wähler entscheiden nicht nur über die Stadtverordnetenversammlung, sondern wählen auch die Mitglieder für die 23 Ortsbeiräte. Wir stellen die Spitzenkandidaten für die Ortsbeiräte und ihre Programme vor.

Für die Südstadt (7400 Einwohner), dem Kasseler Stadtteil, der sich zu einem großen Teil unterhalb des Weinbergs links und rechts der Frankfurter Straße erstreckt, treten fünf Parteien zur Kommunalwahl an. Insgesamt werden neun Mitglieder in das Gremium gewählt. Die Ziele der Kandidaten:

SPD 

• Förderung des Sportstandorts Südstadt

• Förderung des Sozialen Wohnungsbaus

• Erhalt des Freizeit- und Erholungswerts mit Fuldaauen, dem angrenzenden Park Schönfeld und der Karlsaue

• Reduzierung der hohen Verkehrsbelastung durch die Frankfurter Straße, Ludwig-Mond- und Tischbeinstraße

• Erhalt der „grünen und modernen Südstadt”

• Verankerung von Kunst und Kultur im Stadtteil

• Erhalt des wohnenswerten Quartiers Südstadt

CDU

• Berücksichtigung gleichberechtigter Interessen von Autofahrern, Fahrradfahrern und Fußgängern

• Förderung eines flüssig fließenden Verkehrs auf den Hauptverkehrsstraßen, da kein Ausweichen des motorisierten Durchgangsverkehrs in die Wohngebiete erfolgen soll

• Erhalt der umsteigefreien Buslinien 12 und 27 für Schüler, Berufspendler und den Freizeitverkehr

• Sichere Schulwege, insbesondere für die Kinder der Grundschulen

• Erhalt der urbanen Lebensqualität, damit Wohnen, Begegnen, Erleben im Stadtteil Freude machen

• Erhalt der Sparkasse und der Poststelle im Stadtteil

GRÜNE 

• Mehr Raum und Verkehrsberuhigung für Fußgänger, Radfahrer, spielende Kinder

• Schaffung zusätzlicher Querungsmöglichkeiten über die Frankfurter Straße

• Geschwindigkeitsminderung mit einhergehender Reduzierung von Lärm und Schadstoffemissionsausstoß vor allem im Bereich Auedamm

• Erhalt einer Buslinie entsprechend der Linie 12

• Begleitung und Förderung der Arbeit von Schulen, Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen

• Förderung der Teilhabe und aktiven Mitgestaltung aller am öffentlichen Leben

• Weiterhin Begleitung des Café Zuflucht an der Frankfurter Straße

• Unterstützung studentischer Initiativen und der Kulturszene

• Ausgestaltung des Weinbergs zu einem kleinen „Bergpark“

FDP 

• Behutsamer Umgang mit Umwelt, Aue und Grünanlagen als Naherholungsgebiete sowie Erhalt der Blühstreifen

• Mehr Mobilität aller Bürger durch die KVG

• Fernbus-Bahnhof am Auestadion einrichten

• Unterstützung der Kunsthochschule mit den daraus entstandenen Kunstgalerien im Stadtteil.

• Bedarfsgerechte Angebote für frühkindliche Bildung und Beratungsmöglichkeiten, um Kompetenz von Familien zu stärken.

• Erhalt eines vielfältigen Schul- und Erziehungsangebots

• Unterstützung der Integrationsmöglichkeiten für Geflüchtete

FREIE WÄHLER

• Einrichtung einer zweiten Straßenbahnquerung über die Fulda im Bereich Damaschkebrücke/Auestadion

• Für eine bessere Anbindung der Sportstätten und des Messegeländes

• Förderung der Kulturschaffenden

• Unterstützung der Vereine im Stadtteil

• Schaffung neuer Freizeitmöglichkeiten

Die Kandidaten:

CDU 

Der CDU-Spitzenkandidat in der Südstadt, Thomas Geiser, ist bereits ein erfahrener Stadtteilpolitiker. Er wurde 1959 in Kassel geboren. Nach der Ausbildung als Energiegeräte-Elektroniker bei AEG studierte er in Paderborn/Soest. Der 56-jährige ist Dipl.-Ingenieur der Fachrichtung Elektrotechnik. Vor 29 Jahren trat er in die CDU ein. Seit 1993 arbeitet er aktiv in städtischen Ortsbeiräten mit: zuerst in Niederzwehren und seit 2001 in der Südstadt. Geiser hatte sich stark für die Einrichtung der 2009 eröffneten Fahrradstraße Menzel- und Landaustraße eingesetzt. Er und seine Ehefrau Jutta Gonnermann verbringen ihre Freizeit gerne mit Fahrradfahren und Wandern. Geiser ist gegen Tempo 30 auf und den Rückbau von Hauptverkehrsstraßen.

SPD 

Heinz Körner (Jahrgang 1944) lebt seit 1971 in der Südstadt. Über den Stadtteil hinaus hat er sich einen Namen als Stadthistoriker gemacht. Er ist Autor mehrerer Bücher, vornehmlich über die Südstadt.

An der Sozialakademie Dortmund hat Heinz Körner Wirtschaft- und Sozialpolitik studiert. In seiner Heimat engagierte er sich als stellvertretender Ortsvorsteher (1984-1990), Vorsitzender der SPD Südstadt, Initiator der AG Südstadt und Organisator der Ausstellungen „100 Jahre Erster Weltkrieg“, „Kassel als Garnisonsstadt“ sowie „150 Jahre Südstadt“.

Als Schwerpunkt seiner Arbeit im Ortsbeirat hat sich Körner die Stadtteilentwicklung vorgenommen. Der verwitwete Körner setzt sich seit 1995 für die Gestaltung des Weinbergs mit seinen Weinbergterrassen ein und unterstützte den Bau der Grimmwelt.

Grüne 

Die Kunsttherapeutin Kerstin Saric (57) war viele Jahre lang in psychosomatischen Kliniken und Praxen für Kinder- und Jugendpsychiatrie beschäftigt. Heute arbeitet sie als pädagogische Fachkraft in einer Wohngruppe.

Sie ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern.

Im Ortsbeirat der Südstadt ist sie seit 19 Jahren engagiert, davon fünf Jahre als stellvertretende Ortsvorsteherin und seit zwei Jahren als Ortsvorsteherin.

Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen in der Südstadt zählen Besuche des Galerienfests entlang der Frankfurter Straße, Sommerabende am Kulturzelt zu verbringen und im eigenen Kleingarten zu gärtnern. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit im Ortsbeirat der Südstadt ist die Förderung des sozialen und kulturellen Lebens im Stadtteil.

Freie Wähler

Peter Andreas Wienes ist 1981 in Kassel geboren. Der ledige Mann wohnt seit 2013 in der Südstadt. Der Hotelfachmann ist heute als Personalberater mit dem Schwerpunkt Gastronomie sowie als Unternehmensberater tätig. Er fühlt sich seinem Heimatstadtteil sehr verbunden:

„Die Südstadt ist die grüne Lunge unserer Stadt und mit Weinberg, Kunsthochschule und Kunstszene an der Frankfurter Straße ein wichtiger Raum für Kulturschaffende.“

Die Nähe zur Aue habe das Viertel zu einem beliebten Wohnquartier mit Einkaufsmeile und hoher Freizeitqualität gemacht. Er will darauf achten, dass für Sportvereine genügend Trainingsmöglichkeit in der Sporthalle zur Verfügung steht.

FDP 

Hedwig Degenhardt (Jahrgang 1940) hat als Sozialpädagogin gearbeitet und ist jetzt Rentnerin. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter und zwei Enkelkinder.

Seit 1977 lebt sie im Auefeld.

Große Freude bereitet ihr zurzeit ihr ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge: im Hort der Auefeldschule bei der Hausaufgabenhilfe und beim Deutsch lehren. Außerdem engagiert sie sich im Café Zuflucht an der Frankfurter Straße.

Kandidaten für den Ortsbeirat der Südstadt

CDU 

Thomas Geiser, Elektroingenieur, Geburtsjahr 1959

Jutta Gonnermann, Lehrerin, 1953

Jörg Westerburg, Historiker, 1965

Jutta Knauf, Küchenhilfe, 1960

Thomas Homes, im Vorruhestand, 1955

Friedrich-Josef Buda, Rentner, 1939

SPD 

Heinz Körner, Immobilienkaufmann, Geburtsjahr 1944

Kristian Asthalter, Schüler, 1994

Dorothea Bärbel Bergmann, Rentnerin, 1948

Grazina Macikiene, Altenpflegerin, 1960

Christof Ceglarek, Dipl. Ing. Elektrotechnik, 1960

Azarli Katayun, Schriftstellerin, 1966

Johannes Gerken, wiss. Mitarbeiter, 1989

Ann-Kathrin Berkenheger, Lehrerin im Vorbereitungsdienst, 1985

Grüne 

Kerstin Sariç, Kunsttherapeutin, Geburtsjahr 1958

Diethelm Class, Dozent, 1957

Ulrike Brunnengräber, Hausfrau, 1954

Lutz Scharla, Architekt, 1962

Refiye Serbet, Kursleiterin, 1960

Björn Bäuchle, Programmierer, 1984

Oliver Claves, Studienberater, 1973

Nicolas Spengler, Ingenieur, 1987

Freie Demokraten

Hedwig Degenhardt, Rentnerin, 1940

Freie Wähler

Peter Andreas Wienes, Hotelfachmann, 1981

Helmut Paul, selbstständiger Unternehmer, 1947

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