Discounter begrüßt Einsatz für das Tierwohl

Protest gegen Lidl - Aktion des Deutschen Tierschutzbüros in Kassel

Mit Planwagen unterwegs: Lucas Christoffer und Jennifer Schöpf vom Berliner Tierschutzbüro protestieren in Kassel vor Lidl an der Frankfurter Straße gegen Massentierhaltung. Foto: C. Hartung

Kassel. Aus einer Einkaufstüte hängt ein blutiger Schweinekopf: Den Besuchern der Lidl-Filiale an der Frankfurter Straße bot sich am Mittwoch ein grausames Bild.

Das Deutsche Tierschutzbüro machte mit seinem bedruckten Planwagen Halt in Kassel und protestierte gegen die Massentierhaltung. Vor 77 Filialen des Discounters wollen die Tierschützer in den kommenden Monaten über Massentierhaltung informieren. Kassel war die 18. Station .

Discounter wie Lidl würden einen sehr großen Teil dazu beitragen, dass Tiere gequält werden. „Die wollen ihr Fleisch zu immer günstigeren Preisen anbieten“, erklärt Lucas Christoffer vom Tierschutzbüro. „Das setzt die Landwirte unter einen extremen Preisdruck.“ Gespart werde dann meist auf Kosten der Tiere. „Schweine und Hühner werden auf engstem Raum gehalten.“

Besonders ärgerlich finden die Tierschützer, dass Lidl keine vernünftigen Alternativen zum Fleisch aus Massentierhaltung anbietet. Es gebe zwar Fleisch mit Bio-Siegel, aber Christoffer weist darauf hin: „Bio ist nicht wirklich besser. In konventioneller Haltung dürfen zehn Hühner auf einem Quadratmeter gehalten werden, bei Bio-Haltung sind es acht.“

Die Reaktion der Kunden auf die Kampagne sei überwiegend positiv, so Christoffer. Die Mitarbeiter der Lidl-Filialen seien hingegen nicht begeistert vom Planwagen vor dem Laden. Häufig komme es zu Diskussionen.

Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der Tierschützer wollte das Unternehmen Lidl am Mittwoch auf HNA-Anfrage nicht abgeben.

Zu einzelnen Aktionen äußere sich das Unternehmen grundsätzlich nicht, hieß es aus Neckarsulm. Den Einsatz für das Tierwohl begrüße Lidl jedoch.

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