6000 Besucher

Sommerfest an der Orangerie: Wie der Landgraf durch die Aue

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Kassel. Die Besucher der Karlsaue konnten sich am Samstagnachmittag einmal so fühlen wie einst Landgraf Karl (1654 bis 1730).

Aktualisiert am Sonntag, 16.30 Uhr.

Das ermöglichte ihnen Götz Döring. Der Kutscher aus Wabern fuhr die Besucher des Sommerfestes, das die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) zusammen mit der Orangerie Gastro GmbH veranstaltete, durch den historischen Park. Döring kutschierte seine Gäste am Hirschgraben entlang. Eine Fahrt vor traumhafter Kulisse kostete zwei Euro.

Die Veranstalter des Festes und die rund 6000 Besucher, die im Laufe des Tages kamen, hatten großes Glück mit dem Wetter: Alle Gewitterwolken verzogen sich.

Ab dem frühen Nachmittag strömten die Menschen in die Karlsaue, um das Fest, das unter dem Motto „Musik trifft Physik“ stand, zu genießen. Wegen der Musik waren Lotta und ihre Eltern Sandra und Daniel Heeks aus Vellmar in erster Linie am frühen Nachmittag gekommen. Lotta mag nämlich Herrn Müller und seine Gitarre.

Der Kasseler Musiker startete das Programm auf der Bühne, das bis in die Nacht fortgesetzt wurde.

Aber auch die Fans der Physik kamen nicht zu kurz und hatten vor allen Dingen großen Spaß mit naturwissenschaftlichen Experimenten.

Mädchen und Jungen hatten zum Beispiel viel Freude beim Raketenweitschusswettbewerb. Dafür braucht man nur eine Luftpumpe, einen Korken und eine Flasche, die mit etwas Wasser gefüllt ist. Durch das Pumpen entsteht Druck in der Flasche, die schließlich durch die Luft fliegt.

Apropos Wasser - mit dem Baden hatte es der Landgraf nicht so. „Der Barock war kein Zeitalter des Badens“, erzählte Birgit Wetzka, die interessierte Gäste durch das Marmorbad führte. Das Bauwerk ließ der Landgraf zwischen 1722 und 1728 vielmehr als „metaphorisches Kunstwerk“ bauen. Es war nicht dazu gedacht, dass der Adel sich wäscht.

Sommerfest an der Orangerie - Musik trifft Physik

Allerdings prüfe derzeit eine Wissenschaftlerin, ob die Zu- und Abläufe im Marmorbad lang genug sind, damit man es für Schauzwecke tatsächlich mal mit Wasser füllen könnte.

Wer Ableger von der Blumeninsel Siebenbergen für den eigenen Garten haben wollte, war ebenfalls auf dem Fest richtig. Die Mitarbeiter der MHK-Gärtnerei verkauften vor der Sommerresidenz des Landgrafen Pflanzen. „80 Prozent sind aus Samen gewachsen, der Rest sind Stecklinge“, sagte Gärtnermeister Karl-Heinz Freudenstein.

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