Maskierte stürmten Gebäude - zwei Schüsse fielen

Sparkasse in Kasseler Südstadt wurde 1971 schon überfallen - von Terroristen

Kassel. Die Sparkassen-Filiale an der Akademiestraße in Kassel, die am Dienstag überfallen worden war, war vor gut 45 Jahren Schauplatz eines spektakulären Überfalls:

Am 15. Januar 1971 um 9.32 Uhr stürmten mehrere mit Zipfelmützen maskierte Personen die Zweigstelle in der Südstadt. Zwei Schüsse fallen, einer verpasst knapp eine Angestellte.

Zeitgleich das gleiche Szenario in der damaligen Sparkassen-Filiale am Georg-Stock-Platz in Wehlheiden. Dort schossen die Täter in die Decke. Neun Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) waren an der konzertierten Aktion beteiligt, über die damals unsere Zeitung ausführlich berichtete.

„Zwei bewaffnete Banküberfälle zur selben Zeit, das ist in der Kasseler Kriminalgeschichte einmalig“, heißt es in dem Artikel. „Die nordhessische Großstadt, die bisher von Bankräubern gemieden wurde, bekam Besuch von einer neunköpfigen ,Bande‘, die ihre Tätigkeit wie nach einem Generalstabsplan ausführte und in der sogar das sogenannte schwache Geschlecht anscheinend das Kommando hat.“ An beiden Tatorten waren zwei kleine, zierliche Frauen beteiligt.

In der Akademiestraße - so heißt es in dem Zeitungsbericht - lässt die bewaffnete Frau eine ältere, vor Angst zitternde Frau und eine Mutter mit Kind gehen, während die Komplizen sich das Geld aushändigen lassen.

Die Täter flohen mit mehr als 114.000 DM (58.300 Euro). Auch die aus Kassel stammende Terroristin Astrid Proll stand damals im Verdacht. Ob sie an den Banküberfällen in ihrer Heimatstadt beteiligt war, konnte später allerdings nicht mehr festgestellt werden.

Bewaffneter Raubüberfall auf Sparkasse in der Südstadt

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