Zur documenta soll neues Angebot stehen

Stadt Kassel will einzigen Campingplatz in Obhut nehmen

Kassel. In der vierten Saison in Folge kann Kassel auch 2016 seinen Gästen keinen Campingplatz anbieten. Dieser Zustand soll im kommenden documenta-Jahr endlich ein Ende haben.

Die Stadt arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung und möchte das Gelände an der Fulda in städtische Obhut nehmen. „Wir haben ein Ziel und einen Plan“, sagt Stadtkämmerer Christian Geselle (SPD).

Denn der Campingplatz sei ein wichtiger Baustein für den Tourismus. Der Städtetourismus und Kassel boomten, doch es fehle ein Campingplatz, um städtetouristische Angebote beispielsweise für Wanderer, Radfahrer und auch Wassersportler weiter auszubauen, betont Kassel-Marketing-Chef Andreas Bilo.

Christian Geselle

Ziel sei es deshalb, dass mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil anreisende Gäste künftig ein attraktives Angebot vorfinden. Geplant ist ein gut ausgebauter Campingplatz, der auch Gastronomie, Kiosk, Internetauftritt und Buchungshotline bietet. Der Campingplatz und der benachbarte Wohnmobilstellplatz, der von der Stadt noch an den Betreiber des stillgelegten Platzes verpachtet ist, sollen künftig aus einer Hand betreut werden. Dazu will Kassel Marketing per Ausschreibung einen Betreiber suchen.

Der an den Giesewiesen, direkt am Radfernweg 1 gelegene Campingplatz ist seit einem Brand im März 2013 geschlossen. Dabei wurde das Anfang der 70er-Jahre errichtete Gebäude schwer beschädigt. Die Betreiberfamilie hatte mehrfach angekündigt, das „Fulda-Camp“ wieder öffnen zu wollen, sprach aber auch von Auseinandersetzungen mit der Versicherung wegen der Regulierung des Schadens.

Immer wieder Ärger

Das Problem Wohnmobilplatz schwelt ebenfalls seit Jahren. Weil es mit dem Pächter wiederholt Ärger gab, wurde der 2006 für 14 Fahrzeuge ausgelegte Wohnmobilplatz zwischenzeitlich von der Stadt betrieben. Im November 2015 gab es für Gäste weder Strom noch Wasser, weil der Betreiber offenbar die Rechnungen nicht bezahlt hatte.

Auch die Eigentumsverhältnisse des insgesamt 14 000 Quadratmeter (etwa zwei Fußballfelder) großen Campingplatzgeländes sind kompliziert. Das Areal, auf dem das Gebäude steht, gehört der Betreiberfamilie, die größeren Flächen gehören dem Land Hessen und dem Bund.

Wohnmobiltouristen bleibt immerhin noch der benachbarte städtische Stellplatz, der auf rund 1700 Quadratmetern auch Strom, Frischwasser und eine Entsorgungsmöglichkeit für Abwasser bietet.

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