Ortsbeirat fordert Änderung der neuen Leuchten

Licht nervt Anwohner im documenta-urbana-Quartier

Leuchten sorgen für Protest: Im documenta-urbana-Viertel sind Anwohner von ihrem grellen Licht genervt. Foto: Dilling

Kassel. Anwohner, die wegen gleißender Helligkeit nicht einschlafen können und deshalb ihre Rollläden geschlossen halten müssen. Terrassen, auf denen man an lauen Abenden nicht sitzen kann, ohne angestrahlt zu werden.

Viele Hausbesitzer im Quartier der documenta urbana sind von den neuen Leuchten an ihren Straßen genervt. Das hat zumindest der Ortsbeirat Süsterfeld/ Helleböhn festgestellt. Er habe zahlreiche Beschwerden erhalten, sagte Ortsbeiratsmitglied Wolfgang Schwieder ( SPD), der selbst in dem Quartier wohnt.

Das Gremium forderte während seiner jüngsten Sitzung den Magistrat auf, die Leuchten so zu ändern, dass sie nur noch auf die Straßen strahlen. Der Umbau dürfe die Anlieger nichts kosten. Denn die seien in früheren Jahren schon mal für die Beleuchtung zur Kasse gebeten worden. Vorbild könnten die Leuchten an der umgebauten Friedrich-Ebert-Straße sein, hieß es.

Diese strahlten seitlich kein Licht ab, während die LED-Leuchten im urbana-Viertel eigentlich für Radfahrwege konstruiert seien und nicht für ein Wohngebiet, wo die Laternen in unmittelbarer Nähe der Hausfassaden stehen. Die Stadt habe sich einfach aus einem Vorrat von 800 solcher Leuchten bedient, ohne die Bedürfnisse der Anwohner zu berücksichtigen, sagte Schwieder. Das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt hatte in einem Schreiben an den Ortsbeirat und nach einer Ortsbesichtigung im Sommer die Kritik an den Leuchten zurückgewiesen: Der Mond strahle heller als die beanstandeten Leuchten. Auf individuelle Wünsche von Anwohnern habe man nicht eingehen können. Die Umrüstung der Leuchten sei allerdings möglich, wenn die Anwohner bereit seien, jeweils 100 Euro plus Mehrwertsteuer dafür zu zahlen.

Einstimmig forderte der Ortsbeirat außerdem die Stadt auf, den Panoramaweg am Döncherand von Bewuchs zu befreien und gegen künftiges Zuwachsen abzusichern. Bei Regen werde Erde auf den Weg gespült und sorge für Wildwuchs, so dass nur noch ein schmaler Pfad verblieben sei, sagte Ortsbeiratsmitglied Schwieder.

Er begrüßte, dass die Stadt dort inzwischen Brennnesseln beseitigt und den Weg in ihren Grünpflegeplan aufgenommen habe. Das reiche aber nicht.

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