Niemand fühlt sich zuständig

Schrottauto steht seit Wochen auf dem Radweg

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Pingpong um Schrottauto: Weder Stadt noch Deutsche Bahn fühlen sich für Entsorgung des Wagens zuständig.

Süsterfeld-Helleböhn/NIederzwehren. Anfang März hat Rainer Nentwig aus Niederzwehren den Wagen das erste Mal gesehen. Ein Ford mit rumänischem Kennzeichen steht seitdem auf dem Fuß- und Radweg (Sophie-Scholl-Straße) zwischen Süsterfeld-Helleböhn und Niederzwehren.

Nentwig und seine Frau setzten sich deshalb mit dem Ordnungsamt der Stadt Kassel in Verbindung. Dort habe man ihnen mitgeteilt, man werde sich um die Angelegenheit kümmern, so Nentwig. Doch wochenlang passierte gar nichts. 

Im Laufe dieser Woche stellte Nentwig fest, dass die Scheiben an dem Ford eingeschlagen und die Kennzeichen abmontiert worden sind. Scherben liegen seitdem auf dem Gehweg. In dem demolierten Auto liegen alte Teppiche und anderer Müll.

Nicht zuständig

Rainer Nentwig rief erneut beim Ordnungsamt an und erkundigte sich, was Stand der Dinge sei. Dieses Mal bekam er eine andere Antwort. Das Ordnungsamt sei nicht für das Abschleppen des Wagens zuständig, weil es auf dem Gebiet der Deutschen Bahn stehe. Der Weg verläuft parallel zur Bahnstrecke.

Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt, bestätigte diese Auffassung der Stadt Kassel gegenüber unserer Zeitung.

Bei der Bundespolizei in Kassel, die für Bahngelände zuständig ist, wusste man bislang gar nichts von dem herrenlosen Auto. Nach Anfrage unserer Zeitung fuhr eine Streife am Freitag zu der Stelle, um sich den Wagen anzuschauen. Die Beamten kamen zu folgendem Ergebnis: „Es handelt sich hier eindeutig nicht um Bahngelände“, sagt Peter Dittel, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel. Das Auto stehe auf städtischem Gebiet, deshalb sei die Bundespolizei nicht zuständig.

Was aus dem Wagen wird, ist bislang also völlig unklar. Dass sich niemand für das Schrottauto zuständig fühle, „ist nur traurig und unschön“, sagt Rainer Nentwig.

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