Rennfahrer Frank Spenner bei Motorradrennen erfolgreich

Super-Bike wurde in Kassel präpariert: Flottes „Biest“ schafft 330 Sachen

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Mit der KTM Super Duke an die Spitze beim Motorradrennen in Bremerhaven: Fahrer Frank Spenner mit Christoph Anscheit (Mitte), Filialleiter von Hertrampf-Racing in Kassel, und Werkstattleiter Lars Krukewitt.

Kassel. „Das ist eine potente Nackte“, sagt Frank Spenner. 330 km/h fährt „das Biest“. Jenseits der 300 „muss man sich schon klein machen“, weiß der Rennfahrer. Und sich gut festklammern.

Denn seine Super Duke R ist ein nacktes Motorrad, ein „Naked Bike“. Es gibt keine Verkleidung, kein Windschott, das den Fahrer vor dem enormen Fahrtwind schützt. Beim 59. Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven zu Pfingsten hat der erfahrene Rennenthusiast sogar den Profi-Fahrern gezeigt, wo der Hammer hängt. Zweiter Platz im ersten Rennen, dritter Platz im zweiten Rennen. „Wir sind extrem zufrieden“, freut sich Spenner, den seine Freunde Fritz nennen. Für das KTM-Team in Kassel sei das „ein absoluter Erfolg“.

Die ehemalige Motorradwelt am Olebachweg 50 im Stadtteil Bettenhausen war im März dieses Jahres zur neuen Niederlassung der Hertrampf-Gruppe geworden. Die von Dennis Hertrampf für das Rennen in „Fishtown“ zur Verfügung gestellte Maschine wurde vom Kasseler Hertrampf-Racing-Team präpariert. An dem Serienmotorrad „muss man jede Schraube, die abfliegen könnte, für den Renneinsatz sichern“, erklärt Filialeiter Christoph Anscheit. Werkstattleiter Lars Krukewitt hat das Rennmotorrad fit gemacht für den Einsatz bei einem der letzten Traditionsrennen in Deutschland, das 20.000 Zuschauer nach Bremerhaven lockte.

Rund um den Fischereihafen war weniger die Höchstgeschwindigkeit gefragt, sondern Beschleunigung und Handling. „Wenn ich einen

Fehler mache, tue ich mir weh“, sagt Spenner. Bisher gingen seine Stürze glimpflich aus, „mal was gebrochen, mal was ausgekugelt - ich würde das nicht als was Ernstes bezeichnen.“

Dass die Gefahr immer mitfährt, zeigt ein tödlicher Startunfall beim Rennen in Bremerhaven, der Betroffenheit der Mitfahrer auslöste.

Motorrad jenseits der Vernunft

Die KTM 1290 Super Duke R, mit der Frank Spenner beim Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven erfolgreich war, verfügt über einen wassergekühlten Zweizylinder-Viertaktmotor mit exakt 1301 Kubikzentimetern Hubraum.

Die Rennmaschine wuchtet brutale 173 PS, die bei 8865 Umdrehungen anliegen, auf die Kurbelwelle und liefert ein maximales Drehmoment von absurd wirkenden 144 Newton-Metern bei 7750 Umdrehungen. Für die Ölversorgung des Hochleistungsmotors mit einer elektrisch gesteuerten Keihin EFI Gemischaufbereitung sorgt eine Druckumlaufschmierung mit drei Ölpumpen. Es ist der stärkste Motorradmotor, den Hersteller KTM je gebaut hat. Um die überbordende Kraft bändigen zu können, sitzen zupackende, aus einem Stück gefräste Brembo-Monoblock-Bremssättel auf den großen Bremsscheiben (vorn 32 Zentimeter, hinten 24 Zentimeter Durchmesser).

Für das Rennen wurde die Maschine mit etwas breiteren Reifen bestückt, um die Kräfte besser auf den Asphalt zu bringen. Das Motorrad ohne Verkleidung und ohne jeden Design-Schnickschnack sowie mit Chrom-Molybdän-Stahlrohrrahmen und leichten Aluminium-Rädern wiegt mit leerem Tank nur 189 Kilogramm.

Das Sondermodell in der Special Edition mit einem Akrapovic-Endschalldämpfer kostet rund 18.000 Euro. Hersteller KTM wirbt für das puristische, aber bärenstarke Motorrad mit dem Satz: „Jenseits der Vernunft.“

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