Theaterspiel inklusive: Ensemble "Irrlichterpp" führt neues Stück auf

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Das Ensemble Irrlichterpp bei der Probe zur Produktion „ Der Cup der guten Hoffnung“, die heute in den Räumen des Kunstvereins Premiere hat. Von links: Jaschar Sahl, Yvonne Schneider, Viola Rahmann (verdeckt), Meridona Aloci, Robert Schirkjack, Nina Israng (vorne), Hanne Schön (hinten), Samson Hornbostel, Inga Lovitzki, Christian Gradic und Jayson Liebelt.

Kassel. Das Kasseler Theaterensemble Irrlichterpp, besehend aus Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, lädt für Freitag, 27. November, zur Premiere in die Räume des Kunstvereins im Fridericianum ein.

Singen, Tanzen, Theaterspielen - die Bühne, das ist Inga Lovitzkis Welt. Dort wächst die 28-Jährige über sich hinaus, läuft zur Hochform auf. Noch bevor die Generalprobe der Truppe „Irrlichterpp“ offiziell beginnt, steht sie schon im Rampenlicht und übt zusammen mit Samson Hornbostel und Hanne Schön die musikalische Punk-Einlage im Stück: „This is not a love-song“ röhren Inga und Hanne ins Mikrofon, Samson trommelt dazu.

Die Theatergruppe des Vereins „Kasseler Visions-Theater“ wurde 2009 von den Förderschullehrerinnen Nina Israng und Yvonne Schneider ins Leben gerufen. „Wir haben festgestellt, wie wertvoll Theaterarbeit für unsere Schüler ist und mit wie viel Spielfreude sie dabei sind“, sagt Nina Israng. Sie habe sich gefragt: Warum sollte das alles verloren gehen, nur weil die Schule vorbei ist? Und so entstand das Ensemble mit den heute zwölf Mitgliedern, hauptsächlich ehemaligen Förderschülern und Lehrern. Geprobt wird wie früher in der August-Fricke-Schule.

2012 hat sich der Verein - gesponsert durch die Wellbeing-Stiftung - mit Tobias Krechel einen Profi-Regisseur ins Team geholt. „Der Cup der guten Hoffnung“ ist die dritte Produktion, die auch von der Stadt Kassel unterstützt wird.

Inga, die tagsüber in den Baunataler Werkstätten arbeitet, ist von Anfang an bei „Irrlichtpp“ dabei. Sie verpasst keine der wöchentlichen Proben. „Die Gruppe ist top und das Theaterspielen macht riesig Spaß“ sagt sie. Und Samson, der vom Rollstuhl aus agiert, räumt grinsend ein: „Aber es erfordert auch viel harte Arbeit“.

In „Der Cup der guten Hoffnung“ geht es um eine zusammengewürfelte Gruppe, die bei einer Fernsehshow im Wettstreit gegen eine andere Mannschaft gewinnen möchte. Dabei stellt sich heraus, dass die Unzulänglichkeiten der eigenen Mitspieler die größten Steine auf dem Weg zum Preis darstellen.

„Zu Beginn der Arbeit am Stück stellte sich die Frage, ob das Thema Behinderung eine Rolle spielen soll“, sagt Tobias Krechel. Aber die Gruppe habe sich dagegen entschieden. Auf ein „ernstes Stück“ hatte sie keine Lust. Und so entstand die skurrile Geschichte, „in der Menschen gemeinsam ein Ziel erreichen wollen, aber damit umgehen müssen, dass die Talente im Team ungleich verteilt sind“. Dabei habe jeder Schauspieler sein eigenes Rollenprofil entwickelt.

Die Theatergruppe bestehe aus Teilnehmern, die in erster Linie gemeinsam Theater machen wollen, sagt Krechel, „nicht für behinderte Menschen, nicht mit behinderten Menschen, sondern in gegenseitiger Wertschätzung miteinander“. Entstanden sei „ein richtig gutes Stück“ für ein großes Publikum.

Die Produktion hatte im Mai im Dock 4 zwei Voraufführungen und wird nun in erweiterter Fassung als Premiere gezeigt: am Freitag, 27. November, ab 20 Uhr, im Kasseler Kunstverein, Friedrichsplatz 18.

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