Chefarzt des Instituts für Allgemeine und Interventionelle Radiologie am Klinikum

Dr. Thomas Lehnert: Durchblicken ist sein Beruf

Hochmoderne Technik: PD Dr. Thomas Lehnert (Mitte) mit Kollegen der Radiologie Tim Genotte und Martin Basche (rechts) vor dem Computertomografie-Gerät „Revolution“. Foto: Heise-Thonicke:

Kassel. Wer Radiologie hört, denkt zuerst an Röntgen. Und tatsächlich ist das Durchleuchten auch heute noch das Verfahren, um beispielsweise Knochenbrüche zu erkennen.

Radiologie könne heute jedoch weitaus mehr, erläutert Privatdozent Dr. Thomas Lehnert. Der 40-Jährige ist seit Anfang Dezember neuer Chefarzt des Instituts für Allgemeine und Interventionelle Radiologie im Klinikum Kassel.

So sei es heute beispielsweise möglich, unter bildgebenden Verfahren und mittels Katheter Tumore punktgenau zu bekämpfen. Unter anderem Krebsgeschwulste in der Leber könnten gezielt mit Chemotherapie behandelt werden. Zudem sei es möglich, die Gefäße, die den Tumor mit Blut versorgen, zu veröden. Auch Gewebeproben können innerhalb weniger Minuten punktgenau entnommen werden, schildert Lehnert: „Die Abteilung bietet die gesamte radiologische, interventionelle Palette an.“

So sei es nicht nur möglich, beispielsweise bei einem Patienten mit Atemnot unklarer Ursache innerhalb weniger Sekunden auch die feinen Herzkranzgefäße des Patienten darzustellen und so eventuelle Verengungen zu erkennen.

Herzerkrankungen

In Zusammenarbeit mit den Herzspezialisten des Klinikums möchte Lehnert eine solche Bildgebung bei Herzerkrankungen gerne ausbauen. Dazu stehe hochmoderne Technik zur Verfügung, freut sich Lehnert nicht nur über die gute Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen im Klinikum, sondern auch über die Ausstattung seines neuen Arbeitsplatzes.

Seit Sommer verfügt das Klinikum über ein hochauflösendes Computertomografie-Gerät (CT) namens Revolution. „Das Gerät liefert eine hervorragende Bildqualität, und wir können die Strahlendosis deutlich reduzieren“, schwärmt der Facharzt. Und noch in diesem Jahr wird das Diagnostik-Zentrum zwei neue Magnetresonanztomografen (MRT) erhalten.

Weitere Eingriffe, die unter bildgebenden Verfahren angewendet werden könnten, seien das Aufweiten von Gefäßverengungen mittels Ballonkatheter oder auch das Verschließen blutender Gefäße. „Früher hat man die Patienten dafür aufgeschnitten“, erläutert Lehnert.

Neue Verfahren

Heute gehe der Trend zu minimalinvasiven Verfahren mit nur kleinen Eingriffen. So könne der Patient zügig wieder nach Hause und eventuell auch ambulant behandelt werden. „Hier schreitet die Technik zügig voran. Da sind wir am Puls der Zeit und optimal aufgestellt.“

So gut sich der Vater zweier Kinder bereits in seinem neuen Wirkungsfeld eingefunden hat, so viel gibt es für die Familie, die voraussichtlich im Sommer von Frankfurt nach Kassel ziehen wird, in Nordhessen noch zu entdecken. Zum Skifahren, neben Tennis und Badminton sein liebstes Hobby, wird der gebürtige Tiroler freilich auch künftig in seine Heimat nach Österreich fahren.

Privatdozent Dr. Thomas Lehnert (40) wurde in Schwaz bei Innsbruck geboren und legte sein Abitur in Wien ab, wo er auch Medizin studierte und promovierte. Seine Facharztausbildung absolvierte er am Universitätsklinikum Frankfurt/Main. Dort war er seit 2008 Oberarzt und seit 2014 Leitender Oberarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Außerdem war er seit 2011 stellvertretender Ärztlicher Leiter des gleichnamigen Fachbereichs der DKD Helios Klinik Wiesbaden sowie Leiter des Qualitätsmanagements. Lehnert ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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