Über 200 Jahre altes Bauwerk unterhalb der Löwenburg wird für eine Million Euro instandgesetzt

Tiergartenmauer wird saniert

Mauer teils eingestürzt: Norbert Arnold von der MHK-Bauabteilung und die wissenschaftliche Praktikantin Linda Heinze.

Kassel. Unterhalb der Löwenburg gab es vor über 200 Jahren einen Tiergarten. Diesen ließ der spätere Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel Ende des 18. Jahrhundert anlegen, um Damwild zu halten.

Auch eine Fasanerie war Teil des Tiergartens, von der heute aber nur noch Grundmauern zu sehen sind. Übrig geblieben ist allein die 650 Meter lange Tiergartenmauer, die einen Teil der Umgrenzung bildete. Die Mauer, die von drei Türmchen unterbrochen ist, wird ab Ende September für knapp eine Million Euro saniert.

Es ist ein langwieriges Sanierungsprojekt, das die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) mit Hilfe des Kulturinvestitionsprogrammes des Landes auf den Weg bringt. Die Bauarbeiten seien dringend nötig, erläutert Norbert Arnold von der MHK-Bauabteilung. Die ab 1796 entstandene Mauer aus Tuffstein sei an einigen Stellen bereits eingebrochen. Weitere Teile seien kurz davor.

Mit Löwenburg entstanden

In den 1980er-Jahren war die Mauer, die etwa zeitgleich mit der Löwenburg entstanden ist, zuletzt saniert worden. Dabei wurden aus heutiger Sicht Fehler gemacht, sagt Arnold. Seinerzeit sei für die Fugen der Mauer Zementmörtel verwendet worden. Da die Fugen in Bewegung seien, sei ein solch fester Baustoff ungeeignet, weil er sich nicht anpasse. An mehren Stellen der Mauer ist sichtbar, wie der Mörtel bröckelt. Deshalb werde nun Kalkmörtel benutzt.

Begonnen wird mit den Arbeiten im unteren Abschnitt der Tiergartenmauer, der am Mulang beginnt. Dort befindet sich auch ein kleines Durchgangsportal in der Mauer. Bis 2017 soll der erste Abschnitt bis zum ersten Türmchen, das in einer scharfen Kurve steht, fertig saniert sein. Dabei werden die Steine gereinigt, die Fugen ausgebessert und fehlende oder kaputte Tuffsteine ersetzt.

Zweiter Bauabschnitt 2018

Ab 2018 wir die Tiergartenmauer dann zwischen erstem Türmchen und bis zur Löwenburg instandgesetzt. Die drei Türmchen in der Mauer werden vorerst nicht repariert. Dabei ist der unterste Turm durch einen umgestürzten Baum teils zerstört worden. „Es handelt sich dabei nicht etwa um eine künstliche Ruine“, sagt Arnold.

Die Tiergartenmauer bildete nur einen Teil der Umgrenzung des Geheges, der Rest war aber Großteils nur als einfacher Zaun ausgeführt worden. Dieser blieb über die Jahrhunderte nicht erhalten.

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