21-Jähriger kämpfte gegen Haustierverbot

Tierverbot im Wohnheim: Student und Hündin Mia ziehen aus

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Will seine Mia behalten: Tim Hoffmann hat sich die Mischlingshündin trotz des Haustierverbots in den Studentenwohnheimen angeschafft.

Kassel. Noch wohnt Tim Hoffmann mit seiner Hündin Mia im Studentenwohnheim auf dem Campus. Eigentlich hätte der 21-jährige Student aus der Fünfer-WG zum 1. Januar ausziehen müssen. Der Grund: Er hatte sich den Hund im November zugelegt, obwohl ein Tierverbot in den Wohnheimen des Studentenwerks gilt.

Weil Tim Hoffmann aber seine Mia nicht wieder abgeben will, hat er sich inzwischen nach einem Zimmer in einer WG auf dem normalen Wohnungsmarkt umgeschaut.

„Wenn alles klappt, kann ich demnächst umziehen an die Frankfurter Straße“, sagt der Lehramtsstudent, der die Fächer Philosophie und Chemie studiert. Viel Zeit würde ihm wohl auch nicht mehr bleiben.

Das Studentenwerk hat ihn jetzt in einem Schreiben aufgefordert mitzuteilen, ob der Hund noch da ist – und ansonsten einen Kontrollbesuch am 15. Januar angekündigt. „Wenn Mia bis dahin nicht weg ist, kriege ich wahrscheinlich die fristlose Kündigung“, sagt Tim Hoffmann. Auch wenn der Student vorerst nachgibt und das Wohnheim verlässt, hält er das Tierverbot für rechtswidrig. Der 21-Jährige überlegt, ob er mit Unterstützung der Studentenvertretung Asta gegen die Kündigung wegen des Hundes rechtlich vorgeht.

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Das Studentenwerk Kassel wollte sich auf Anfrage der HNA nicht zu dem Einzelfall äußern. Grundsätzlich halte man aber an dem Hundeverbot in Studentenwohnheimen fest, sagt stellvertretende Geschäftsführerin Julia Thonfeld. Das Studentenwerk argumentiert, die Apartments seien oft relativ klein und es gebe viel Mieterfluktuation in den Wohnheimen. Daher könne es zu Problemen kommen, wenn jemand einen Hund hält und andere Studenten mit Tierhaar-Allergien oder Angst vor Hunden einziehen wollen.

Bisher war in den Mietbedingungen des Studentenwerks festgehalten, dass das Halten von Haustieren grundsätzlich nicht gestattet ist. Weil der Bundesgerichtshof (BGH) aber im vergangenen März entschieden hatte, dass Vermieter die Haltung von Hunden und Katzen nicht pauschal verbieten dürfen, hat das Studentenwerk die entsprechende Klausel kürzlich geändert. In neuen Mietverträgen wird es heißen, dass die Haltung von Haustieren „aufgrund der besonderen Wohnsituation in Studentenwohnheimen“ zwar untersagt ist. Die Haltung von Kleintieren ist nach vorheriger Erlaubnis prinzipiell möglich.

Der Asta stellt sich mit Tim Hoffmann gegen das Hundeverbot des Studentenwerks. Asta-Vorsitzender Eike Ortlepp schlägt als mögliche Lösung vor, ein Studentenwohnheim einzurichten, in dem Tiere explizit erlaubt sind. In Kassel hält das Studentenwerk 14, in Witzenhausen drei Wohnanlagen (insgesamt 1000 Plätze) für Studenten vor.

Online-Petition

Tim Hoffmann hat eine Online-Petitiongestartet und bereits 750 Unterstützer für sein Anliegen gefunden, dass das Haustierverbot fallen soll.

Von Katja Rudolph

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