Hochschullehrer und Ökobau-Pionier starb im Alter von 70 Jahren

Trauer um Kasseler Architekt Manfred Hegger

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Manfred Hegger

Kassel. Kassels Bau-Fachwelt trauert um einen ihrer herausragenden Persönlichkeiten und Vordenker: Prof. Manfred Hegger ist vergangene Woche im Alter von 70 Jahren gestorben.

Als Pionier für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen hat sich Hegger, Mitgründer des Büros HHS Planer + Architekten AG, über Deutschland hinaus einen Namen gemacht. Sichtbar in Kassel ist dies an der 1986 entstandenenen Ökosiedlung am Wasserturm in Harleshausen, die noch heute als vorbildhaft gilt und in der auch die damaligen Planer und HHS-Gründer ein Zuhause gefunden haben.

Auf Hegger und sein Team gehen etliche weitere stadtbildprägende Bauprojekte zurück. Das Spektrum in Kassel reicht von der Stadthallen-Erweiterung über die Kurfürsten- und die Königsgalerie bis zu den ovalen Haltestellendächern auf dem Königsplatz.

Manfred Hegger wurde 1946 im niederrheinischen Korschenbroich geboren. Er studierte Architektur an der Uni Stuttgart, Systemtechnik an der TU Berlin und Planung an der London School of Economics. 1980 gründete er in Kassel mit Doris Hegger-Luhnen und Günter Schleiff das Büro HHS.

Neben seinen Aktivitäten als Planer und Architekt war Hegger ausgesprochen engagiert in Forschung und Lehre tätig. An der TU Darmstadt war er von 2001 bis 2014 Professor für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, er hatte diesen Fachbereich dort aufgebaut und publizierte Grundlagenwerke zu einem Architekturthema, das damals noch in den Kinderschuhen steckte.

Prof. Hegger war international als Berater gefragt und ab 2010 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Sein Wirken als Architekt wurde mit zahlreichen Auszeichnungen – unter anderem mit dem Deutschen und Europäischen Solarpreis – gewürdigt. 1996 und 2008 hat er zudem an der deutschen Ausstellungspräsentation bei der Architektur-Biennale in Venedig mitgewirkt.

Manfred Hegger hinterlässt seine Frau und einen erwachsenen Sohn. Die Trauerfeier findet am Freitag, 8. Juli, ab 13 Uhr auf dem Friedhof Harleshausen statt.

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