Beim Teichbau lernen: Studenten und Schüler experimentierten gemeinsam im Kasseler Freilandlabor

Der Trockenheit der Dönche auf der Spur

Wasser marsch: Höhepunkt des Unterrichtprojekts war der Bau eines Teichs. Unter der Leitung von Dr. Claudia Wulff (Bildmitte) bildeten die Teilnehmer eine Menschenkette und transportierten Wasser in den neuen Teich. Ganz vorn Studentin Meike Brinkmann und Schüler Vladimir Dik (rechts). Foto: Schaffner

Kassel. Raus in die Natur: 24 Kasseler Biologie-Studenten und 22 Siebtklässler der Kasseler Georg-August-Zinn-Schule haben für drei Tage ihren Unterricht in die Dönche verlegt.

Im Mittelpunkt des von der Experimentier-Werkstatt Flox (Uni Kassel) veranstalteten Projekts stand die vermeintliche Austrocknung des Naturschutzgebietes.

„Nachdem wir uns im vergangenen Jahr mit den Insekten im Freilandlabor beschäftigt haben, geht es diesmal ums Thema Gewässer“, sagt Projektleiterin Dr. Claudia Wulff (58) vom Fachgebiet Didaktik der Biologie. Dieser Themenschwerpunkt sei von den Studenten und Schülern ausdrücklich gewünscht worden. „Sie verfolgen interessiert die anhaltende Diskussion um die Austrocknung der Dönche“, sagt Claudia Wulff.

Höhepunkt des dreitägigen Projekts war der Bau eines Folienteichs. Nachdem die Wissenschaftlerin mit Vertretern von Stadt und Regierungspräsidium im Vorfeld eine dafür geeignete Stelle im Freilandlabor ausfindig gemacht hatte, machten sich die Teilnehmer an die Arbeit. „Ziel ist es, dass unser Teich möglichst viel Wasser auffängt und von Wasserflöhen, Libellen und vielleicht sogar Molchen angenommen wird“, sagt sie.

Eine, die das integrative Studenten-Schüler-Projekt seit April vorbereitet hat, ist die Lehramtsstudentin Meike Brinkmann. Die 25-Jährige hat sechs Wochen lang im Biologieunterricht der Klasse 7 d mit den Schülern Steckbriefe von Tieren angefertigt und das Ökosystem im Naturschutzgebiet erklärt.

„Uns war wichtig, dass die Schüler mit Vorwissen in die Dönche kommen“, sagt sie. Im Freilandlabor gehe es nicht darum, etwas auswendig zu lernen, sondern um etwas Praktisches. „Hier können wir die Tier- und Pflanzenarten direkt bestimmen und anfassen, die wir vorher im Unterricht theoretisch kennengelernt haben“, sagt Brinkmann, die über das Projekt ihre Examensarbeit schreibt. Unterricht im Freien – bei den Siebtklässlern kam diese Abwechslung gut an. „Am besten fand ich den Teichbau“, sagt Vladimir Dik.

Auch Claudia Wulff zog ein positives Fazit. Die Wissenschaftlerin, die seit 2008 die Dönche beobachtet, hofft auf eine fundierte Analyse, was es mit der viel diskutierten Austrocknung des Naturschutzgebiets auf sich hat: „Da es darüber bislang keine wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, wäre es gut, wenn ein runder Tisch mit allen betroffenen Institutionen zustande kommt und genau das in Auftrag gibt.“

Von Sebastian Schaffner

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