AfD-Spitze aus Bund und Ländern zieht es am 14. August nach Kassel

Trotz Torten-Attacke: AfD zieht’s wieder nach Kassel

Die Stadt Kassel und die AfD: Das Pentahotel am Wilhelmshöher Bahnhof (links) nutzten überregionale AfD-Gremien schon mehrfach für ihre Zusammenenkünfte. Ende Februar verübten dort Aktivisten die „Torten-Attacke“ auf die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch (rechts). Zudem platzen bereits zwei geplante AfD-Bundesparteitage in der Stadthalle (Mitte). Archivfotos: Koch/nh

Kassel. Schon mehrfach hatte die AfD Probleme in Kassel. Wegen der zentralen Lage versammeln sich die Partei-Spitzen aus Bund und Ländern aber bald wieder in der Stadt.

Trotz zweier geplatzter Bundesparteitage und einer Torten-Attacke auf die Bundes-Programmkommission in Kassel: Wegen ihrer zentralen Lage bleibt die Stadt ein begehrter Versammlungsort für die Alternative für Deutschland (AfD). Die AfD-Spitze aus Bund und Ländern zieht es am Sonntag, 14. August, wieder zu einer Versammlung nach Kassel.

Bei dem Bundeskonvent, einer Art kleinen Parteitag, wollen rund 50 Mitglieder aus dem Bundesvorstand und aus den Landesverbänden über den weiteren Kurs beraten, bestätigte am Donnerstag AfD-Pressereferent Andreas Zöllner auf Anfrage. Hintergrund für die Zusammenkunft in Kassel ist der Führungsstreit zwischen den Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen sowie anderen Parteigrößen. Nach Medienberichten soll der Konvent von AfD-Landespolitikern durchgesetzt worden sein. Nach der Geschäftsordnung ist der Bundeskonvent nicht öffentlich und könnte mit einer einfachen Mehrheit einen Sonderparteitag einberufen.

Wo sich am übernächsten Sonntag in Kassel die AfD-Spitzen aus Bund und Ländern versammeln, dazu will die Partei keine Angaben machen. Da es sich um keine Großveranstaltung handele, werde der Konvent wohl in einem Konferenzraum oder Hotel stattfinden, meinte Zöllner.

Für einen solchen Versammlungsort sprechen auch die Stellungnahmen der Stadt und der Polizei. Weder bei der Stadt noch bei Kassel Marketing sei eine Anfrage der AfD für Räumlichkeiten für den Bundeskonvent am 14. August eingegangen, berichtete ein Stadtsprecher. Der Polizei sei die AfD-Veranstaltung bekannt. Man stelle sich darauf ein, sagte Polizeisprecher Matthias Mänz. „Wir haben das auf dem Schirm.“

Ein von überregionalen AfD-Gremien schon mehrfach genutztes Haus in Kassel ist das Pentahotel am Bahnhof Wilhelmshöhe. Wie berichtet, sorgten Aktivisten dort Ende Februar für bundesweite Schlagzeilen. Verkleidet als Clowns, bewarfen sie die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch mit einer Torte.

Hintergrund: Kassel war für AfD nicht immer eine Reise wert

Wegen ihrer zentralen Lage in der Republik ist die Stadt Kassel auch für die Bundes-AfD ein bereits mehrfach genutzter Ort für Sitzungen und Zusammenkünfte. Allerdings ging zuletzt bei den für Kassel geplanten und in Kassel abgehaltenen Veranstaltungen der Alternative für Deutschland nicht immer alles glatt, wie unser kurzer Überblick zeigt:

• 28. Februar 2016: Als Clowns verkleidete Aktivisten der Berliner Gruppe Peng Collective werfen im Pentahotel am Wilhelmshöher Bahnhof eine Torte auf die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch. Unter Vorsitz des ebenfalls attackierten Albrecht Glaser arbeitet die AfD-Kommission in Kassel das Programm zum Bundesparteitag aus.

• November 2015: Die Stadt Kassel zieht ein Mietangebot zurück und lässt damit die AfD zwei Wochen vor dem für 28./29. November in der Stadthalle geplanten Bundesparteitag abblitzen. Die AfD verlegt ihren Bundesparteitag daher kurzfristig nach Hannover.

• Anfang Juni 2015: Der für 13./14. Juni angesetzte AfD-Bundesparteitag in Kassel wird kurz zuvor von der Partei selbst abgesagt. Der Grund: Das parteieigene Schiedsgericht zweifelt an der Rechtmäßigkeit der geplanten Wahl von Delegierten und der erst kürzlich beschlossenen Satzung. Die Kosten zur Anmietung der Kasseler Räumlichkeiten muss die AfD dennoch tragen - rund 10.000 Euro.

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