Nolda: „Wir kommen an restriktiven Maßnahmen nicht mehr vorbei.“

Umweltzone geplant: Alte Autos sollen bald raus aus Kassel

Kassel. Kassel wird höchstwahrscheinlich in absehbarer Zeit eine Umweltzone bekommen. In einem abgegrenzten und besonders belasteten Bereich rund um die Kernstadt dürfen dann nur noch Fahrzeuge fahren, die eine grüne Plakette der Schadstoffgruppe  4 haben.

Vor allem ältere Dieselfahrzeuge müssten dann eventuell schon ab Ende 2017 draußen bleiben.

Mit diesem Schritt soll die weiterhin hohe Schadstoffbelastung in der Stadt reduziert werden. Während die Feinstaubbelastung in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, liegt der Stickoxid-Anteil noch immer über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft. Hauptverursacher ist der Autoverkehr.

Strategie der Stadt sei es bisher gewesen, mit der Förderung öffentlicher Verkehrsmittel und des Radverkehrs dem Umstieg vom Auto attraktiver zu machen, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) im Umwelt- und Energie-Ausschuss des Stadtparlaments. Gleichzeitig arbeite man seit Jahren daran, den Kraftverkehr zu optimieren, indem zum Beispiel der Verkehrsfluss verbessert werde.

All diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um den Grenzwert einzuhalten. Deshalb erwarte das Hessische Umweltministerium von der Stadt Kassel, eine Umweltzone einzuführen. Für deren Abgrenzung hat das Umwelt- und Gartenamt jetzt einen Entwurf vorgelegt. Nolda: „Wir kommen an restriktiven Maßnahmen nicht mehr vorbei.“

Eine Berechnung des Hessischen Umweltminsteriums zeige, dass eine Umweltzone in Kassel eine Entlastung von etwa 1,7 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bringen werde. Derzeit liegen die in der Fünffensterstraße gemessenen Jahresmittelwerte drei Mikrogramm über dem Grenzwert. Die Umweltzone sei der weitreichendste Eingriff auf kommunaler Ebene, doch auch das werde sicher nicht reichen, fürchten die Fachleute.

Rubriklistenbild: © dpa

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