Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung

Unbekannte warfen Pflastersteine in Fenster von Moschee

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Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung: Salih Tepe steht an einem der Fenster, deren Scheiben in der Nacht zum Freitag eingeworfen 

Kassel. Mit Pflastersteinen haben Unbekannte sechs Fensterscheiben der Sultan-Alparslan-Moschee an der Rothenditmolder Straße (Mitte) in der Nacht zum Freitag eingeworfen.

Die Polizei grenzt den Tatzeitraum von Donnerstagabend, 21 Uhr, bis Freitagmorgen, 6.30 Uhr, ein. Zu diesem Zeitpunkt habe der Imam die eingeworfenen Scheiben bemerkt, so Polizeisprecher Torsten Werner. Die Täter hätten Pflastersteine von einer Baustelle an der Schillerstraße verwendet.

„Wir haben bislang keinen Tatverdacht“, sagt Werner. Konkrete Hinweise auf eine fremdenfeindliche oder politisch motivierte Tat habe man nicht. Dies könne man aber auch nicht ausschließen. Allerdings spreche der Umfang der Sachbeschädigung für eine gezielte Tat. Das Revier Mitte ermittele mit Unterstützung des Staatsschutzkommissariats wegen Sachbeschädigung.

Die Moschee befindet sich auf dem selben Gelände wie der türkisch-islamische Kulturverein. „Wir haben keine Ahnung, wer das gemacht hat“, sagt Vereinsmitglied Ali Elegür, der auch Miteigentümer der Gebäude ist. Ein Nachbar habe vier bis fünf maskierte Leute gesehen.

Zwischenfall mit Kurden

Elegür berichtet allerdings davon, dass es vor drei Wochen schon einmal zu einem Zwischenfall gekommen sei. Drei junge Frauen und Männer, einer davon mit Bart und roter Mütze, seien an dem Gelände vorbeigegangen und hätten auf kurdisch geschrieen „Freiheit für Abdullah Öcalan“. Zudem hätten sie mit Lippenstift PKK (das ist die verbotene kurdische Arbeiterpartei, deren Vorsitzende der inhaftierte Öcalan ist) an die Gebäude des türkischen Vereins geschmiert. „Eigentlich haben wir keine Probleme mit Kurden“, sagt Elegür. „Mein Schwager ist auch Kurde und viele Kurden kommen zu uns auch zum Freitagsgebet.“

Interne Konflikte zwischen Kurden und Türken dürften nicht in Deutschland ausgetragen werden, sagt Elegür, der seit 42 Jahren hier lebt. „Wer sich den Regeln in Deutschland nicht anpasst, der muss das Land eben wieder verlassen.“

Auch Kamil Saygin, der Ausländerbeauftragte der Stadt Kassel, spricht sich dagegen aus, dass Kurden und Türken ihre Auseinandersetzungen nach Deutschland verlagern. In Deutschland gebe es die demokratischen Rahmenbedingungen, dass man für oder gegen etwas demonstrieren könne. Der Ausländerbeirat spreche sich allerdings dagegen aus, dass die Politik aus den Herkunftsländern der Menschen auf die Straßen in Deutschland getragen werde, so Saygin. 

Hinweise: Tel. 0561/9100

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