Marktplatz: Ein Unikat für Liebhaber

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Handarbeit: In 15 Jahren baute der ehemalige Karosseriebaumeister Wolfgang Fischbach das Kit Car mit viel Herzblut.

Schweren Herzens nur trennt sich Wolfgang Fischbach von seinem Exmo Dragon, den der ehemalige Karosseriebaumeister in 15-jähriger Handarbeit zusammenbaute. Nun kann er den Sportwagen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahren.

Die Sonne spiegelt sich im polierten rostfreien Edelstahl der V2A-Karosserie, der Sound des Motors ist Musik in den Ohren eines jeden Autoliebhabers. „Mir blutet das Herz“, sagt Wolfgang Fischbach mit wehmütigem Blick auf den Exmo Dragon, den er selbst gebaut hat und von dem sich der 70-Jährige nun aus gesundheitlichen Gründen trennen muss. 15 Jahre Arbeit stecken in dem Roadster, noch mehr Leidenschaft und Herzblut. „Ich habe Benzin im Blut“, sagt Fischbach über sich. Und das braucht man wohl, wenn man jahrelange Handarbeit auf den Bau eines „reinen Spaßfahrzeugs“ verwendet. Natürlich ist dieses Schmuckstück nichts für den alltäglichen Gebrauch, sondern etwas für Liebhaber. Der Zweisitzer ist ein Schönwetterauto, perfekt für Ausfahrten über Land und ist dementsprechend erst rund 58 000 Kilometer gelaufen.

Einzigartiges Fahrzeug

Und der Wagen ist ein absoluter Hingucker. Schon auf den ersten Metern einer Probefahrt zieht man alle Blicke auf sich. Ein solches Gefährt sieht man eben nicht allzu oft auf den Straßen der Region. Um genau zu sein sieht man nichts Vergleichbares, denn bei dem Exmo Dragon handelt es sich um ein absolutes Unikat.

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Marktplatz: Ein Unikat für Liebhaber

Das Kit Car ist ein Bausatzauto, wie es gerade in Großbritannien äußerst beliebt ist, um gänzlich individuelle Fahrzeuge zu schaffen. So kommen auch die meisten Bauteile aus England, der 2.0 Liter-Motor mit etwa 130 PS, das 5-Gang-Schaltgetriebe und die Armaturen stammen aus einem 1991er Ford Sierra. „Motor, Getriebe und Bremsen können in jeder Ford-Werkstatt repariert werden“, nennt der Besitzer den Vorteil. Die Höchstgeschwindigkeit schätzt er auf etwa 150 Stundenkilometer, „am meisten Spaß macht es aber bei 80 bis 100 Stundenkilometer“, sagt Fischbach und ergänzt: „Ab 120 Stundenkilometer braucht man schon Mütze oder Helm.“ Es handelt sich eben um einen Sportwagen. Schon das Einsteigen erfolgt wie in einem Formel1-Boliden, das Fahrwerk ist hart gefedert und bietet sportliches Fahrvergnügen.

1986 wurde das Fahrzeug erstmals zugelassen, bis 1997 komplett neu aufgebaut. Beim Einbau der Elektrik und des Motors hatte Wolfgang Fischbach kompetente Hilfe von befreundeten KFZ- und Elektromeistern. Der Roadster ist absolut fahrtauglich, zeigt keinerlei Rost oder andere Mängel und hat noch ein Jahr TÜV. Derzeit fährt er mit einem Saisonnummernschild, kommt als Oldtimer aber auch für ein H-Kennzeichen infrage. Für seinen Dragon hat Fischbach zahlreiche Ersatzteile: Neben einem kompletten Austauschmotor, einem Getriebe und einer Hinterachse gibt es viel Zubehör sowie ein Verdeck, das allerdings noch angepasst werden muss.

Der Preis für das Unikat ist Verhandlungssache. „Das Auto ist mein Baby. Ein Preis für die Arbeit und das Herzblut, die in dem Wagen stecken, lässt sich nur schwer beziffern“, sagt Wolfgang Fischbach. Viel wichtiger sei ihm ohnehin, dass der Roadster in gute Hände komme, „am besten in die eines Liebhabers, der das einzigartige Stück entsprechend zu schätzen weiß“, wünscht er sich.

Von Peer Bergholter

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