Eigentumswohnungen im Knast: Endspurt in der Elwe

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Bald ist es geschafft: Bauherr Gotthard Fels hat das ehemalige Untersuchungsgefängnis saniert und umgebaut. Auch die Anbauten im Hof sind fertig, es fehlen nur noch die Geländer für die Balkone. Fotos: Koch

Kassel. Bald herrscht hier wieder Leben: Wo früher schwere Jungs einsaßen, werden Ende September die ersten Bewohner einziehen. Aus den alten Zellen der Elwe am Unterneustädter Kirchplatz sind in einjähriger Umbau- und Sanierungszeit 50 Eigentumswohnungen entstanden.

Die schönsten Fenster haben die Bewohner der Apartments, die aus dem Andachtsraum des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses geschaffen wurden. Die fein gearbeiteten, aber arg angegriffenen Bögen aus Sandstein konnten nun doch erhalten werden. Sie geben den fünf Meter hohen Räumen etwas Erhabenes. Allerdings hat das seinen Preis: 10 000 Euro hat die aufwändige Sanierung pro Stück nach Angaben von Eigentümer und Bauunternehmer Gotthard Fels gekostet. Für normale Fenster würden 1000 Euro fällig. Alle drei Sandsteinfenster wurden aufgearbeitet und neu zusammengesetzt.

Die Sanierung hat die Kasseler Firma Gerloff übernommen, die auf knifflige Fälle spezialisiert ist. Vor die Bogenfenster wurden neue Fenster mit Mehrfachverglasung gesetzt, die ursprüngliche Dreiteilung blieb dabei optisch eralten. Weiteres schönes, aber kostspieliges Detail sind Kupferbleche auf den Fensterbänken des denkmalgeschützten Gebäudes. Für moderne Akzente sorgen die Anbauten im Hof, die bis auf die Balkongeländer fertig sind. Die 29 bis 80 Quadratmeter großen Wohnungen im Hauptgebäude und dem Flügel zur Hafenstraße haben alle einen Balkon oder eine kleine Loggia. Sie sind längst an Investoren verkauft. Kaufpreis: 2400 Euro pro Quadratmeter.

Die Konstruktion für den Fahrstuhl ist eingebaut, in den nächsten Tagen wird die rote Klinkerfassade gereinigt und versiegelt. Die ersten Wohnungen sind bereits tapeziert. Maler und Fließenleger sind dort im Einsatz.

5,5 Millionen Euro sind in Umbau und Sanierung der Elwe geflossen. Die Arbeiten gestalteten sich schwieriger als angenommen. Statt großer Baumaschinen war viel Handarbeit gefragt. 100 Tonnen Schutt wurden aus der ehemaligen Elwe abgefahren, zum Großteil alter Fußboden.

Nach dem Umbau des Hauptgebäudes am Unterneustädter Kirchplatz und des Flügels an der Hafenstraße kommt der Flügel zur Unterneustädter Grundschule an die Reihe. Dort soll ein Boardinghaus mit zwölf kleinen Apartments entstehen. Bis zum Beginn der documenta im nächsten Jahr sollen die Umbauarbeiten beendet sein.

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