Fackelteich

Zu viel Blei in Schrebergärten: Stadt fordert zügige Entscheidung

Gilt wegen der Schadstoffe im Boden als Altlast: die Kleingartenanlage Fackelteich im Stadtteil Unterneustadt. Unser Foto zeigt die Zufahrt von der Lilienthalstraße aus. Archivfoto: Hermann

Kassel. Wegen erhöhter Blei- und Kohlenwasserstoff-Werte gilt die Kleingartenanlage Fackelteich als Altlast. Die Stadt will sich jetzt beim Land für eine rasche Sanierung stark machen.

Die Stadt Kassel will sich beim Land Hessen für eine zügige Entscheidung über die Sanierung der Altlasten im Boden des Kleingartenvereins Fackelteich einsetzen. Es sei Aufgabe des Landes als Grundstückseigentümerin, nach der Altlast-Einstufung des Geländes in der Unterneustadt rasch die weiteren Schritte vorzubereiten und Maßnahmen zu beschließen, betonte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne).

„Dort, wo wir als Stadt Verantwortung tragen, werden wir sie wahrnehmen“, sagte Nolda am Montag zu. Die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie werde bis Ende Sommer/Anfang Herbst vorliegen. Dann werde klar sein, wie saniert werde könne und müsse. Die Stadt hatte die Fläche einst als Müllkippe genutzt (siehe Hintergrund). Die Klärung der Frage, wer die Kosten der Sanierung - laut Nolda könnten sie unter Umständen im zweistelligen Millionenbereich liegen - zu tragen habe, sei kompliziert und werde daher eine längere Zeit in Anspruch nehmen.

Nutzung ohne Risiko 

„Aus meiner Sicht muss flächendeckend sichergestellt sein, dass die einzelnen Parzellen sowohl gärtnerisch als auch zum Zweck der Erholung risikolos genutzt werden können“, forderte Nolda. Wie Umweltamt-Abteilungsleiter Peter Wüstemann berichtete, halte die Stadt wegen der erhöhten Blei- und Kohlenwasserstoff-Werte die Altlasten-Einstufung des Regierungspräsidiums für „absolut nachvollziehbar“. Die Messungen seien von der Stadt mitinitiiert und begleitet worden. Die Nutzungsempfehlungen des RP seien angemessen gewesen, meinte Wüstemann. Der RP hatte zum Schutz der Kleingärtner die bereits aus dem Jahr 1997 für die Fläche geltenden Nutzungseinschränkungen aktualisiert und etwa den Anbau in Hochbeeten empfohlen.

Wegen der Altlasten haben bereits sechs der rund 340 Kleingärtner ihren Pachtvertrag gekündigt, sagte Michael Zaun, der Vorsitzende des Kleingärtnervereins Fackelteich. Er bemängelte, dass in den vergangenen 20 Jahren nichts gegen die Altlasten getan worden sei. Zaun kündigte an, weiter Druck machen zu wollen, damit die Sanierung der gesamten Anlage bereits nächstes Jahr losgehe.

Stadtbaurat Nolda versicherte den Kleingärtnern, die Stadt nehme die Altlasten-Problematik sehr ernst. Man ziele aber nicht nur auf eine schnelle, sondern auch auf eine dauerhafte Lösung ab.

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