Lösung für Kasseler Schleuse ist auf dem Weg

Hat das Walzenwehr in Szene gesetzt: Beleuchtungsexperte Peter Zypries steht an der Kasseler Stadtschleuse. Im Hintergrund ist das Wehrbetriebshaus zu sehen. Die Beleuchtung des Wehres schaltet sich in der Dämmerung automatisch ein und aus. Foto:  Heise-Thonicke

Kassel. Seit dem 100. Geburtstag der Kasseler Schleuse vor drei Jahren macht eine kunstvolle Beleuchtung das benachbarte Walzenwehr auch in der Dunkelheit im Stadtbild sichtbar.

Das Projekt zur nächtlichen Inszenierung des historischen Bauwerks an der Fulda ist nun endlich auch für die Zukunft gesichert.

Nach Jahren sei es gelungen, einen Nutzungsvertrag mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung abzuschließen, erläutert Beleuchtungsexperte Peter Zypries (Kunstlicht). Auch eine Lösung für den weiteren Betrieb der Schleuse ist auf dem Weg.

Gemeinsam mit dem Ortsbeirat der Unterneustadt und den Städtischen Werken hat sich Zypries dafür eingesetzt, dass das Walzenwehr auch künftig nachts erstrahlt. Den Nutzungsvertrag mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Hann. Münden habe letztlich seine Firma Kunstlicht abgeschlossen, die das Bauwerk in Szene gesetzt hat. Die Städtischen Werke, die damals schon die technische Einrichtung finanziert hatten, übernehmen laut Zypries weiterhin die Stromkosten für die fünf Metalldampflampen, die sich jährlich auf etwa 160 Euro belaufen.

Das Lichtprojekt war zum 100. Geburtstag der Schleuse im Jahr 2013 ins Leben gerufen worden. Dabei sollte auch den Verantwortlichen ein Licht aufgehen, wie wichtig die Schleuse und wie dringlich die Investition in dieses Wassertor zur Stadt sind.

Die Botschaft ist angekommen: Nachdem der Bund sich entschlossen hatte, die sanierungsbedürftige Stadtschleuse Ende Oktober dieses Jahres stillzulegen, will nun die Stadt die Schleuse übernehmen und künftig betreiben. Darauf hatten sich im Juli Vertreter der Stadt, des Landes Hessen und des Bundesverkehrsministeriums geeinigt.

Derzeit führe man intensive Gespräche mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, um den Vertrag für die Eigentumsübertragung - die Rede ist von einem symbolischen Betrag - vorzubereiten, erläutert Stadtkämmerer Christian Geselle.

So sollen das Schleusenbecken, der Vor- und Nachhafen, die Kaimauer mit der Einsetzmöglichkeit für kleinere Boote und die Straßenverbindung an die Stadt übergehen. Weil die Fulda teilweise eine Bundeswasserstraße ist, wird der Vertrag voraussichtlich erst im Frühjahr 2017 unter Dach und Fach sein.

Parallel dazu sei man dabei, die Finanzierungsvereinbarung mit Bund und Land zu Papier zu bringen. Danach wird der Bund 50 Prozent der Sanierungskosten übernehmen, Stadt und Land je ein Viertel. Wie groß der Aufwand für die Sanierung sein wird, sei jedoch noch nicht abzusehen. „Den Zustand der Schleuse sieht man erst dann, wenn das Wasser abgelassen ist“, erläutert Geselle.

Man arbeite mit Hochdruck an der Klärung, was ökonomisch und bautechnisch möglich ist. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte der Einbau einer kleineren Kammer die beste Lösung sein. Realistisch müsse man davon ausgehen, dass es zwei bis drei Jahre dauern könnte, bis der Schleusenbetrieb wieder möglich ist. Nach dieser Durststrecke habe die Schleuse aber wieder eine langfristige Perspektive für die nächste Jahrzehnte, betont Geselle.

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