Standort soll in zweieinhalb Jahren verwirklicht werden

Neuer Kasseler Fernbusbahnhof soll an den Großen Kreisel

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Platz der deutschen Einheit: links im Bereich Ölmühlenweg soll der Fernbusbahnhof entstehen, rechts die Schwanenwiese.

Kassel. Am Platz der deutschen Einheit will die Stadt den neuen zentralen Bahnhof für Fern- und Reisebusse ansiedeln. Eine Studie erachtet den Standort als beste Lösung.

Das Auestadion soll vom Tisch, der Standort Großer Kreisel soll in zwei bis zweieinhalb Jahren verwirklicht werden: Der Platz der deutschen Einheit habe sich für einen neuen zentralen Bahnhof für Fern- und Reisebusse als bester Standort herausgestellt, betonte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) am Donnerstag bei Vorstellung der von der Stadt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie.

Christof Nolda

„Dieser Bereich ist von der Autobahn schnell zu erreichen, ist durch eine vergleichsweise geringe Wohnnutzung im Umfeld gekennzeichnet und ist mit dem Öffentlichen Nahverkehr gut an die Innenstadtangebunden“, sagte Nolda. Kassel sei durch seine Lage für den Fernbusverkehr besonders attraktiv. Daher müsse man sich an Lösungen orientieren, die sonst eher für Städte mit über 500.000 Einwohnern benötigt würden.

Der Neubau soll den gleichzeitigen Halt von acht bis zwölf Bussen ermöglichen. Die Stadt hofft auf einen privaten Investor und Betreiber. Immerhin erfordere eine Fernbushaltestelle dieser Größenordnung Investitionen von rund vier Millionen Euro.

Nach Noldas Angaben soll der neue Fernbusbahnhof am Großen Kreisel einmal die bisherigen Standorte am Bahnhof Wilhelmshöhe und in Kaufungen-Papierfabrik ersetzen. Die Stadt wolle dann auch den Bussen der Bahn nicht mehr genehmigen, am Bahnhof Wilhelmshöhe zu halten.

Für die Studie wurden mehrere Bereiche der Stadt untersucht. Die drei bereits öffentlich diskutierten Standorte hätten sich als am tragfähigsten erwiesen. Als Nachteile werden hier gesehen:

Bahnhof Wilhelmshöhe:  Der Bereich ist in seinen Entwicklungsmöglichkeiten sehr begrenzt, hat Schwächen bei der Verkehrsabwicklung und führt zu ungewollten Mehrwegen der Busse im Stadtgebiet.

Auestadion: Hier wird laut Studie der Verkehrsablauf in Verbindung mit Veranstaltungen und die teilweise große Entfernung der möglichen Flächen von ÖPNV-Haltestellen als hinderlich angesehen.

Platz der deutschen Einheit: Am Großen Kreisel spielen Nutzungsbeschränkungen von Flächen wegen des Hochwasserschutzes eine hemmende Rolle, heißt es in der Studie. Unter Abwägung aller Vor- und Nachteile komme man aber zu dem Ergebnis, dass eine neu zu entwickelnde zentrale Fernbus-Haltestelle hier die beste Lösung sei.

Die bereits diskutierte „Leister’sche Wiese“ wäre aber aus Gründen des Hochwasserschutzes für ein dauerhaftes Busterminal nicht ohne Weiteres geeignet, meinte Nolda. Aus dem Stadtentwicklungskonzept für den Kasseler Osten würden sich jedoch andere Flächen anbieten, etwa im Umfeld des Ölmühlenwegs. Der genaue Standort ist noch nicht bekannt. Eine zentrale Fernbushaltestelle könne dazu beitragen, einen repräsentativen Eingangsbereich für den Kasseler Osten und Bettenhausen zu schaffen, meinte Nolda. Für die am Bahnhof Wilhelmshöhe frei werdende Fläche könne mit der Bahn eine andere Nutzung gefunden werden.

Die Ergebnisse der Studie sollen nun den städtischen und politischen Gremien vorgestellt werden. Zudem müssten sie mit möglichen Investoren und Betreibern abgestimmt werden. Parallel dazu gehe die Stadt auf die Eigentümer der Flächen zu, um mit ihnen Nutzungs- und Entwicklungsoptionen für den Fernbusbahnhof zu sondieren, kündigte der Stadtbaurat an.

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