Straßen überflutet und Bäume umgeknickt

Hagel, Gewitter und Sturm: Unwetter zogen über die Region

Kassel. Gewitter, Starkregen und Hagel: Am Sonntagabend sind nach der Hitze schwere Unwetter über die Region gezogen. Was in Nordhessen und Südniedersachsen passiert ist:

Das erste Unwetter mit Gewitter und Starkregen ging bereits gegen 18 Uhr über Kassel herunter - hier gibt es einige Eindrücke davon. Glücklicherweise ist dabei nichts passiert.

Aktualisiert
um 12.31 Uhr.

Gegen 20 Uhr gab der Deutsche Wetterdienst erneut eine Unwetterwarnung heraus: Es sollte zu Gewittern mit teils heftigem Starkregen von 25 bis 35 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen. Dabei sei auch großkörniger Hagel möglich gewesen. Und so war es dann auch in Kassel: Zeitweise glaubte man, die Welt ginge unter. Tiefschwarze Wolken hingen über der Region, Regen peitschte über die Straßen, es stürmte, es blitzte und donnerte.

Gegen 21.20 Uhr zog das Unwetter schließlich von Kassel weg. Größere Unwetterschäden in Stadt und Kreis Kassel waren zunächst nicht bekannt.

Umgestürzte Bäume blockierten allerdings die Regiotramstrecken der KVG. Die Strecke der RT3 von Kassel-Hauptbahnhof bis Hofgeismar-Hümme ist seit dem Unwetter bis in die Nacht komplett gesperrt.

Behinderungen im Bahnverkehr

Erst nach 22 Uhr wurde bekannt, dass wegen umgestürzter Bäume zudem die Bahnstrecken zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Hannover gesperrt worden sind. Durch das Unwetter hätten die Äste die Oberleitungen beschädigt und die Schienen blockiert, teilte die Deutsche Bahn in Berlin mit. Aus Sicherheitsgründen würden die Fernzüge in den Bahnhöfen zurückgehalten. Es komme zu Zugverspätungen. Die Einsatzkräfte der Bahn arbeiteten mit Hochdruck daran, die Strecken zu räumen und beschädigte Oberleitungen instand zu setzen.

Erst in der Nacht konnte die Sperrung zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Hannover aufgehoben werden. Die Verspätungen sollen sich nach Angaben der Bahn aber bis zum Montag hinziehen, sagte die Bahnsprecherin weiter.

Die Bahn bittet ihre Kunden um Verständnis und rät dazu, sich über die aktuellen Ausfälle im Internet oder bei der zentralen Service-Nummer unter 0180 6 99 66 33 zu informieren.

Wir berichten aktuell vom Unwetter auf Kassel-Live.

Unwetter in der gesamten Region

Im Schwalm-Eder-Kreis  gab es am Sonntagabend auch schwere Gewitter. In Fritzlar und dem Stadtteil Wehren haben Windhosen große Schäden angerichtet. Hier gibt es alle Infos und Fotos.

Im Kreis Waldeck-Frankenberg  ergoss sich starker Regen. Manche Straßen in Korbach wurden kurzzeitig überflutet, hier und dort stürzten Bäume um. Hier gibt es alle Infos. Vielerorts gab es sintflutartige Regenfälle und Hagel, Blitz und Donner und orkanartige Sturmböen. Vor allem der Nordkreis war betroffen. Mehrere Feuerwehren rückten aus, um zum Beispiel umgestürzte Bäume zu beseitigen, vollgelaufene Keller leerzupumpen oder verstopfte Gullyeinläufe zu reinigen. Die Unwetter-Bilanz für den Kreis gibt es hier.

Auch in Südniedersachsen tobte ein Unwetter: Umgeknickte Bäume, vollgelaufene Keller und abgedeckte Häuser waren die Folge. Die Feuerwehren waren in Stadt und Landkreis Göttingen im Großeinsatz. Am schlimmsten traf es Groß Ellershausen bei Göttingen. Dort beschädigte vermutlich eine Windhose mehrere Dächer - hier alle Infos aus Göttingen.

Ähnlich war es im Kreis Northeim: Autos wurden durch umfallende Bäume beschädigt, Straßen wurden gesperrt, Stromausfälle bereiteten Probleme. Laut Polizei wurde in Bad Gandersheim, Kreiensen und Kalefeld eine Freileitung der Avacon beschädigt. Außerdem kam es zweitweise zum Ausfall der Mobilfunknetze. Nach vorliegenden Erkenntnisse wurde während des Unwetters niemand verletzt. Hier gibt es alle Infos.

Im Altkreis Münden lief das Unwetter glimpflich ab. Die Feuerwehr musste zu einigen Einsätzen wegen umgestürzter Bäume ausrücken. Alle Informationen gibt es hier.

Im Kreis Kassel sollte nach ersten Informationen eines der Windräder in der Söhre beschädigt worden sein. Die Vermutung von Anwohnern, dass Flügel der Räder am Warpel beschädigt worden seien, ist jedoch nicht richtig. Ein Windrad wurde lediglich aufgrund einer internen Prüfung der Städtischen Werke gestoppt. Alle Informationen dazu gibt es hier.

Im Altkreis Wolfhagen wurde eine Bahnstrecke gesperrt, Dächer wurden abgedeckt, viele Bäume waren umgefallen.

Insgesamt ist Hessen von größeren Unwetterschäden verschont geblieben. In Niedersachsen hingegen hat Siegfried zu erheblichen Schäden geführt. Zu Verletzten konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Die gesamte Unwetter-Bilanz gibt es hier.

Auch Montag Gewitter möglich

An diesem Montag soll eine Kaltfront für etwas Abkühlung sorgen. "Das Wetter wird ruhiger und kühler", sagte eine Expertin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Am Abend könnte es wieder zu Gewittern kommen.

So wird das Wetter in Ihrer Region.

Für Nordhessen und Südniedersachsen gibt es aktuell keine Unwetter-Warnungen. Es soll kühler und trocken bleiben. Es sind Temperaturen von bis zu 26 Grad vorhergesagt.

Am Dienstag steigen die Temperaturen dann noch mal - von 25 Grad im Norden bis 34 Grad im Süden. Mehr zum Wetter in den kommenden Tagen gibt es hier.

Fotos unserer Leser

Gewitter, Sturm und Regen: Unwetter über Kassel

Auch über Facebook haben uns Leser Dutzende Fotos geschickt - hier sind sie zu sehen.

Leservideo:

Hier alle Fotostrecken zum Unwetter

Unwetterschäden im Kreisteil Hofgeismar

Die Folgen des Unwetters in Fritzlar

Unwetter in Gudensberg-Dorla

Unwetter in Göttingen

Unwetter im Kreis Waldeck-Frankenberg

Schäden nach Unwetter im Kreis Northeim

Unwetterschäden im Kreisteil Hofgeismar

Kleiner Tornado?

Leser schrieben uns, dass ein kleiner Tornado zwischen Gleichen und Metze (Niedenstein, Schwalm-Eder-Kreis) zu sehen gewesen sein soll und schickten uns dieses Foto dazu. Auch bei Facebook schrieben uns Leser, dass sie eine Windhose in der Region Fritzlar/Borken gesehen haben. Der Deutsche Wetterdienst hatte in seiner Unwetterwarnung am Sonntag angegeben, dass es tatsächlich zu Tornados in der Region kommen könnte. Das geschickte Foto war jedoch nicht echt. Es zeigt einen Tornado aus den USA.

Rubriklistenbild: © privat/Büker

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