Außergewöhnlich und trotzdem einfach

Vegetarische und vegane Rezepte: Kasselerin begeistert mit Food-Blog

Außergewöhnlich und trotzdem einfach: Christina Heß stellt auf ihrem Onlineblog Kochrezepte vor. Dabei kocht sie meistens, worauf sie Lust hat. Ihre Rezeptideen gibt es jetzt auch als Kochbuch. Foto: Meyer

Kassel. Früher hat Christina Heß kleine Rezeptbücher für Freunde und Verwandte geschrieben, heute schreibt sie ihre Kochideen ins Internet.

Die gebürtige Kasselerin betreibt seit 2012 eine Online-Seite mit vegetarischen und veganen Rezepten. Sie nutzt ihren Food-Blog als Ausgleich zu ihrem Büroalltag, sagt die Justizfachangestellte.

„Ich hab im Internet nach Inspirationen für Kochrezepte gesucht. Irgendwann habe ich gedacht, das kann ich auch“, sagt die 25-Jährige. Am Anfang habe sie auch andere Sachen ausprobiert, aber irgendwann habe sich rausgestellt, dass ihr das Kochen am meisten Spaß macht und sich die leckeren Ergebnisse auch gut fotografisch in Szene setzen ließen. Heß ist seit zwölf Jahren Vegetarierin. Deshalb kocht sie auch nur fleischlos, sagt die Bloggerin, die mit ihrem Freund in Wehlheiden wohnt. Wenn der Lust auf Speck zum Frühstück hätte, müsse er selbst den Kochlöffel schwingen.

Die klassische Menü-Zubereitung mit Beilage, Gemüse und Fleisch oder Fleischersatz findet man auf ihrem Blog selten. Stattdessen macht die Kasselerin Rezeptvorschläge für Pfannengerichte und Gratins. Weil sie Soja nicht verträgt, kommen ihre Vorschläge zumeist ohne Tofu aus. Auch Fleischersatzprodukte kommen bei Heß nicht auf den Tisch. Vollständig auf tierische Produkte zu verzichten, sich also vegan zu ernähren, will sie aber nicht. Dafür isst sie viel zu gern Käse, verrät die 25-Jährige.

Rückmeldungen im Netz

Auf ihrem Blog finden sich sowohl süße als auch herzhafte Speisen. Von künstlerisch gestalteten Sahnetorten bis hin zu lokalen nordhessischen Gerichten ist alles dabei. „Ich koche immer das, worauf ich gerade Lust hab“, sagt die Bloggerin. Die Ergebnisse sind dann nicht nur auf ihrer Internetseite zu sehen, sondern auch in sozialen Netzwerken. Bei Facebook hat sie über 1000 Fans, die ihr in Kommentaren und Nachrichten überwiegend positive Rückmeldungen geben. Auch im Bildernetzwerk Instagram gibt es jede Menge „Likes“ für besonders gelungene Gerichte.

In einen Rezeptbeitrag investiere sie mehrere Stunden. Denn das Wichtigste bei Foodbloggern ist nicht etwa das Kochen: Mindestens eine genauso große Herausforderung ist die Kulisse, in der die fertig zubereiteten Lebensmittel abschließend fotografiert werden, erläutert Heß. Sie hat dafür Regale voll mit Materialien – damit die Gerichte besonders ästhetisch wirken. Neben dem eigentlichen Kochen muss also auch noch Zeit für das Schreiben der Texte, das Fotografieren und die Bildbearbeitung eingerechnet werden. Geld verdient Heß mit ihrem Blog nicht. Es soll einfach ein Hobby bleiben.

Ihre virtuell verbreiteten Rezepte hat die Bloggerin inzwischen auch zu Papier gebracht: In dem Kochbuch, das wie der Blog „Christina macht was“ heißt, finden sich neben den Internet-Ideen noch viele weitere Rezepte.

Christina Heß ist mit ihrem Blog auch in Sozialen Netzwerken zu finden:

Facebook

Instagram

Twitter

Pinterest

Rezepttipp: Christinas One Pot Pasta

Ein superschnelles und trotzdem extrem leckeres Pasta-Gericht, welches in 15 bis 20 Minuten zubereitet ist.

Zutaten (2 - 3 Portionen):

• 250 g Fusili-Nudeln

• 400 g Tomaten (zur Not eine kleine Dose)

• 500 ml Gemüsebrühe

• 1 kleine rote Zwiebel

• 1 grüne Paprika

• 1 kleine Dose Mais

• 1 TL geräuchertes Paprikapulver

• 1 TL süßes Paprikapulver

• 1 TL Paprikaflocken

• ½ TL Chilipulver

• Salz nach Geschmack

Für die echten Nordhessen: 1 TL Schmand je Portion für „obendrauf“ + etwas glatte Petersilie, gehackt

Zubereitung:

Zuerst die Paprika waschen, entkernen und in Streifen schneiden. Danach die Zwiebel schälen und ebenfalls in Streifen schneiden. Flüssigkeit aus der Dose Mais schütten. Die Tomaten waschen, den Strunk entfernen und klein schneiden. Wird eine Dose Tomaten benutzt, auch dort die Strünke entfernen. Alle Zutaten – auch die Nudeln – in einen Topf geben und die Zutaten bei mittlerer bis hoher Hitze kochen, bis die Nudeln weich sind, aber noch Biss haben (ca. 8 bis 10 Minuten). Die Nudeln mit einem Klecks Schmand und etwas gehackter Petersilie servieren. Ohne Schmand ist dieses Gericht vegan.

Buchtipp: Hier wird jeder satt

Mittlerweile ist es ja so: Man kann gar nicht so viel essen, wie es Kochbücher gibt. Das Schöne am ersten Buch der Kasseler Bloggerin Christina Heß ist, dass die vegetarischen Rezepte wirklich schmecken und dass die 25-Jährige ohne mahnenden Zeigefinger auskommt. „Missionieren bringt nichts“, hat Heß festgestellt, wie sie schreibt – entweder man probiert es oder lässt es bleiben.

Schon das relativ schlicht gehaltene Schwarz-Weiß-Layout des im schwäbischen Thorbecke-Verlag erschienenen Kochbuchs sieht lecker aus. Heß’ Fotos und die persönlichen Kurztexte machen ebenfalls Appetit. Probieren möchte man so am liebsten alles – von den Spinat-Quinoa-Bratlingen über den Grünkohlsalat bis zum „Muttertagskuchen mit Herz (am rechten Fleck)“.

Heß bedient Fitness-Freaks, die sich beim Training mit Fruchtriegeln stärken können, Traditionalisten, die die nordhessischen Kreppeln neu entdecken können und sogar Anhänger der Steinzeiternährung, deren Quinoapizza ohne Getreide auskommt. Wer mit diesem Buch nicht satt wird, ist selbst schuld. (mal)

Christina Heß: Christina macht was. Veggie. Lecker. Anders. Thorbecke Verlag, 136 Seiten, 19,99 Euro. 

Wertung: Fünf von fünf Sternen

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