Vier Prozent Dividende für Mitglieder

Vereinigte Wohnstätten 1889: Miete bleibt weiter günstig

1889-Vorstand: Britta Marquardt und Uwe Flotho.

Kassel. Die Genossenschaft Vereinigte Wohnstätten 1889, mit 4460 Wohnungen in Kassel und Bad Wildungen einer der größten Vermieter in der Region, hat im vergangenen Jahr einen Bilanzgewinn von 592.000 Euro erzielt.

Die insgesamt 8470 Mitglieder der Genossenschaft bekommen auf ihre Geschäftsanteile laut Beschluss der Vertreterversammlung vier Prozent Dividende ausgezahlt.

Nach Angaben der Vorstände Britta Marquardt und Uwe Flotho lag die Bilanzsumme bei annähernd 106 Millionen Euro. Insgesamt elf Millionen Euro hat die Genossenschaft im Vorjahr für die Instandhaltung und Modernisierung der Wohnungen investiert. Mit den Arbeiten wurden fast ausschließlich Unternehmen aus der Region beauftragt. „Diese lokale Wertschöpfung ist Teil des Genossenschaftsmodells“, sagt Flotho.

Die Miete bei der Genossenschaft ist im Vergleich sehr günstig und liegt bei Neuvermietungen im Schnitt bei 4,73 Euro kalt pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Preis für Neuvermietungen in Kassel liegt derzeit bei 7,58 Euro.

Mitglieder, die schon sehr lange bei der 1889 wohnen, zahlen teils noch unter drei Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Die meisten Mieten liegen zwischen vier und fünf Euro, der Durchschnitt beträgt 4,30 Euro. „Weil wir so niedrige Mieten haben, ist die Bereitschaft zum Wechseln geringer geworden“, berichtet Flotho. Die Fluktuation bei den Mietern ist mit sechs Prozent im Jahr sehr niedrig, der bundesdeutsche Durchschnitt im Wohnungsmarkt liegt bei 9,4 Prozent. Leer stehende Wohnungen gibt es nicht, dafür aber lange Wartelisten, vor allem für die besonders begehrten Wohnungen im Vorderen Westen der Stadt.

Neubauten geplant

Dort hat die Genossenschaft rund 1000 Wohnungen. Weitere Schwerpunkte sind die Stadtteile Kirchditmold und Fasanenhof (jeweils 600 Wohnungen), Bad Wilhelmshöhe und Wehlheiden (jeweils 300 Wohnungen) sowie die Südstadt und das Blücherviertel in der Unterneustadt (jeweils 200). In diesem Jahr werde die 1889 zwölf Millionen Euro für Instandhaltung und Modernisierung aufwenden, sagt Britta Marquardt. Zudem seien auch Neubauvorhaben geplant.

Um die gute Nachbarschaft der Bewohner zu fördern, hat die Genossenschaft 2001 den Verein „Hand in Hand“ gegründet, der inzwischen annähernd 1000 Mitglieder hat. Er betreibt vier Nachbarschaftstreffs im Vorderen Westen (Samuel-Beckett-Anlage 12), in Kirchditmold (Zentgrafenstraße 86), der Südstadt (Menzelstraße 14) und im Stadtteil Fasanenhof (Mörikestraße 1) mit hauptamtlichen Sozialarbeiterinnen, die Mieter beraten und ehrenamtliche Angebote koordinieren. In den Treffs gab es 2015 mehr als 3000 Kurs-, Spiel- und Mitmachangebote, Ferienspiele und Ausflugsfahrten.

Vereinigte Wohnstätten 1889 in Zahlen

In den insgesamt 4460 Wohnungen der Vereinigten Wohnstätten 1889 – 4000 in Kassel, 420 in Bad Wildungen und 40 in Waldeck – leben annähernd 9000 Menschen. Die Genossenschaft hat 64 Mitarbeiter. 2015 lag die Bilanzsumme des Unternehmens bei 106 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss betrug 1,15 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote von 51,1 Prozent macht die 1889 zu einem grundsoliden Unternehmen und zudem weitgehend unabhängig von Fremdkapital. Geht man statt des Buchwertes vom tatsächlichen Verkehrswert der eigenen Immobilien aus, liege die Eigenkapitalquote bei nahezu 80 Prozent, erklärt der kaufmännische Vorstand Uwe Flotho. Diese stillen Reserven würden der 1889 eine hohe Bonität bei den Banken sichern.

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