Verfahren gegen Neonazi Bernd T.: 41-Jähriger schweigt zu Vorwürfen

Er räumte die Vorwürfe ein: Der 29-jährige Angeklagte gab zu, das 46-jährige Opfer ins Gesicht geschlagen zu haben. Zeichnung:  Reinckens

Kassel. Ob der Kasseler Neonazi Bernd T. vor einem Jahr einen 46-jährigen Mann in Kassel mehrere Tage festgehalten und mehrere Frauen und Männer aufgefordert hat, diesen zu schlagen und ihm eine Glatze zu scheren, dazu hat sich der 41-jährige Untersuchungshäftling am Montag nicht geäußert.

T. machte von seinem Recht als Angeklagter Gebrauch, vor Gericht zu schweigen. Nur eine Sache hat T. eingeräumt: Er hat 2015 zwei Mal ohne Führerschein ein Auto gesteuert.

Vor der fünften Strafkammer des Kasseler Landgerichts muss sich T., Gründer des mittlerweile verbotenen rechtsextremen Vereins „Sturm 18 Cassel“, wegen des Verdachts der mehrfachen gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung, Freiheitsberaubung, räuberischer Erpressung, Nötigung und Bedrohung verantworten. Die Anklagebank teilen sich mit ihm drei Frauen im Alter von 37, 44 und 49 Jahren aus Kassel und zwei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren aus dem Schwalm-Eder-Kreis wegen des Verdachts der Beteiligung an den entsprechenden Taten. Die Angeklagten scheinen sich vom gemeinsamen Trinken zu kennen.

Zumindest einer der Angeklagten, der 29-Jährige, äußerte sich am Montag zu den Vorwürfen. Der Mann, der derzeit wegen eines anderen Delikts eine Haftstrafe verbüßt, räumte die ihm zur Last gelegten Anklagepunkte ein.

Er sei am 10. April vergangenen Jahres in der Wohnung der 49-jährigen Mitangeklagten gewesen und habe das 46-jährige Opfer mehrfach ins Gesicht geschlagen, auch mit der Faust, so der 29-Jährige. Grund für die Schläge: Der 46-Jährige habe behauptet, dass er von ihm Geld gestohlen hätte, so der 29-Jährige. Und das habe nicht gestimmt.

Ob seine Mitangeklagten, die sich an dem Freitagmorgen zum Teil in der Wohnung aufgehalten haben, das Opfer ebenfalls geschlagen haben, daran konnte oder wollte sich der 29-Jährige nicht erinnern.

Er berichtete allerdings, dass der Hund vom Bernd T., ein schwarzer, mittelgroßer Mischling, plötzlich neben ihm auf dem Sofa gesessen habe. Der Hund habe ihn mit starrem Blick angeschaut, so dass ihm ganz „mulmig“ geworden wäre. Ob das Herrchen dieses Hundes auch vor Ort war, dazu sagte der Angeklagte nichts.

Er könne sich auch nicht mehr so gut an die Situation erinnern, weil er an diesem Morgen etwas Alkohol getrunken habe. Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Jürgen Stanoschek erklärte der 29-Jährige, dass er bis 10.30 Uhr bei einem anderen Kumpel um die fünf Flaschen Bier getrunken habe. Anschließend sei er in die Wohnung gegangen und habe noch ein Bier getrunken. Es könne sein, dass das 46-jährige Opfer, das ebenfalls eine Flasche Bier gehabt habe, eine dickere Nase, eine aufgeplatzte Lippe und einen geschorenen Kopf gehabt habe, als er selbst zugeschlagen habe.

Am Freitag soll der 46-Jährige vor Gericht aussagen.

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