53-Jähriger auf Anklagebank

Vergewaltigung und Diebstahl: Mann aus Landkreis legt Teilgeständnis ab

Kassel / Melsungen. Mit einem Teilgeständnis hat am Freitag vor dem Landgericht Kassel die Verhandlung gegen einen 53 Jahre alten, seit Sommer 2015 in Untersuchungshaft sitzenden Mann aus dem Kreis Kassel begonnen.

Der Mann ist von der Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigung und gewerbsmäßigen beziehungsweise versuchten Diebstahls in 24 Fällen sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt.

Im Oktober 2000 soll der bieder wirkende Mann in Wuppertal eine damals 52 Jahre alte Frau, die sich von der Ballettstunde auf dem Heimweg befand, mit einem zehn Zentimeter langen Messer bedroht und vergewaltigt haben. „Schrei nicht, sonst bringe ich dich um“, hat der Mann laut Anklage gesagt.

„Was ich war, gebe ich zu, und ich werde mich zu allen Punkten äußern“, sagte der Angeklagte. Zum Vorwurf der Vergewaltigung will er sich am nächsten Verhandlungstag am 3. Juni äußern. Das bestätigte auch sein Anwalt.

„Ich war auf Schmuck und Bargeld aus.“ Das sagte der 53-Jährige zu den 24 Wohnhaus-Einbrüchen, die er nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Polizei zwischen Mai 2007 und Juli 2015 in Kassel, Lohfelden, Niestetal, Schauenburg und Melsungen begangen hat. Der Gesamtwert der Beute soll bei fast 90 000 Euro liegen.

Meistens brach er tagsüber in die von Gärten und Bäumen verdeckten Häuser ein. Er zertrümmerte mit Steinen Scheiben und hinterließ Blutspuren, die ihn schließlich überführten. Die Kenntnisse über Gold und Schmuck habe er sich im Internet angeeignet.

In einem Fall soll der Beschuldigte Gegenstände im Wert von mehr als 43 000 Euro erbeutet haben. Dies bestritt er. Verkauft habe er den Schmuck an einen mobilen Schmuckankäufer. Den habe er immer in Eschwege getroffen, und der habe immer wieder eine neue Telefonnummer gehabt.

In diese Richtung hat die Polizei nicht weiter ermittelt. Ein Kriminalbeamter schilderte gestern, wie die Übereinstimmung von DNA-Spuren auch aus Wuppertal zum Täter und dessen Festnahme führte. Zwei Haftbefehle wurden gegen ihn erlassen.

Der dritte Vorwurf: Der Mann habe unerlaubt 4100 Schuss Patronenmunition in seinem Besitz gehabt. Gewehre und Munition habe ihm der verstorbene Vater – wie er selbst Sportschütze – vererbt, erklärte der Beschuldigte. Er habe nicht gewusst, dass er das nicht besitzen dürfe. „Fünf- bis zehnmal“ habe er mit der Waffenbehörde in Hofgeismar telefoniert. Die sei nie bei ihm gewesen, habe ihm eine Waffenbesitzkarte ausgestellt. „Ich wollte die Waffen nur als Andenken haben und lege keinen Wert auf Munition“, beteuerte er.

„Ich hätte mir mehr Klarheit gewünscht“, sagte der Vorsitzende Richter Dreyer am Freitagnachmittag nach über fünf Stunden.

Fortsetzung: 3. und 13. Juni, Landgericht Kassel, Saal E 119.

Rubriklistenbild: © dpa

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