Verhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung: Angeklagter kam nicht

Kassel. Vertagt hat das Amtsgericht Kassel am Dienstag ein Verfahren wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung gegen zwei Männer.

Grund: Einer der beiden Angeklagten erschien nicht vor Gericht.

Der 32-Jährige halte sich seit etwa zwei Monaten in der Türkei auf, weil ein enger Angehöriger schwer erkrankt sei. Er werde am 22. April wieder in Deutschland sein. Das erklärte vor Gericht der Anwalt des anderen Angeklagten, eines 21-Jährigen aus Kassel. Der Anwalt hatte kürzlich mit dem 32-Jährigen telefoniert.

Die beiden Angeklagten waren zu Jahresbeginn Mitarbeiter eines Kasseler Imbisses in der Innenstadt. Am 25. Januar gegen 4 Uhr morgens soll ein 23-Jähriger mit Mitarbeitern des Imbissbetriebes über die Qualität der Speisen in Streit geraten sein. In diesen Streit soll sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein 22 Jahre alter Mann eingeschaltet haben.

Durch Schläge bewusstlos

Beide sollen daraufhin von den Angeklagten und weiteren, nicht näher bekannten Personen aus den Geschäftsräumen gedrängt und auf der Straße verprügelt worden sein. Der 23 Jahre alte Geschädigte soll Prellungen und ein Schädelhirntrauma erlitten haben. Er wurde laut Staatsanwaltschaft durch die Schläge bewusstlos und war zwei Wochen arbeitsunfähig. Der 22-jährige Beteiligte erlitt ebenfalls eine Prellung. Beide hatte der Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht.

„Es ist irgendwie ärgerlich“, sagte der Vorsitzende Richter Hering während der gestrigen Verhandlung. 24 Zeugen waren geladen, gestern sollten 14 vernommen werden. Zunächst war überlegt worden, das Verfahren bei einem Geständnis des anwesenden Angeklagten eventuell einzustellen. Das aber kam für den Richter und die Staatsanwaltschaft nicht infrage.

Auch die Überlegung, dann nur gegen den Anwesenden zu verhandeln, wurde verworfen. Dessen Anwalt sagte nach einer Sitzungsunterbrechung, es könne nur verhandelt werden, wenn beide Angeklagten anwesend seien.

Ob die Ladung den Angeklagten überhaupt erreicht hat, war gestern nicht zu klären. „Wir können hier heute gar nichts machen“, sagte der Richter. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Voraussichtlich geht es im Mai oder Juni weiter.

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