Verkehrsclub zur KVG-Reform: Noch immer Nachbesserungsbedarf

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Auch für die Ihringshäuser Straße meldet der Verkehrsclub Nachbesserungsbedarf an: Unser Foto zeigt die Straßenbahnlinie 7 an der Haltestelle Koboldstraße.

Kassel. Die KVG ist mit ihrem überarbeiteten Reformentwurf auf dem richtigen Weg, aber es gibt noch erheblichen Nachbesserungsbedarf.

So bewertet der Kreisverband Kassel des Verkehrsclub Deutschland (VCD) die jetzt vorliegenden Pläne für die Straßenbahn- und Buslinien in der Stadt Kassel.

Viele Kritikpunkte aus dem ersten KVG-Entwurf seien deutlich nachgebessert worden. Gleichwohl sei der zweite Entwurf für den VCD noch nicht akzeptabel, meinte die Kreisverbandsvorsitzende Britt Schmidt. Man sehe immer noch erhebliche Verschlechterungen insbesondere im geplanten Taktangebot (siehe Übersicht rechts).

Problem Fasanenhof 

Priorität in Sachen Verbesserungsbedarf besitze das Schwachverkehrsangebot im Stadtteil Fasanenhof. Der Entwurf sehe die Halbierung des Tramangebots während über 30 Wochenstunden vor. Diese Taktausdünnung sei „völlig inakzeptabel“. Der VCD schlägt vor, das heutige Angebot beizubehalten und die Anbindung in Wolfsanger/Hasenhecke deutlich zu verbessern. Zudem wird der Erhalt der direkten Busverbindung zwischen Fasanenhof und Wolfsanger (Linie 27) gefordert.

Kritik übt der Club an der Streichung der Tramlinie 7 am Wochenende zwischen Scheidemannplatz und Bahnhof Wilhelmshöhe. Ein Jahr nach Fertigstellung der Friedrich-Ebert-Straße dürfe das Angebot an Wochenenden nicht eingestellt werden. Als nicht hinnehmbar bezeichnet der VCD die vorgesehene Takthalbierung auf vielen Tramstrecken zu bestimmten Zeiten.

Nachbesserungsbedarf sieht der VCD beim Busnetz, er macht diese Vorschläge zur Verbesserung:

• Lindenberg: Tausch der Buslinienäste 12 und 35. Damit erhält der Lindenberg eine direkte Verbindung zum Zentrum Forstfeld und zum Zentrum Bettenhausen (Umstieg auf Straßenbahn). Zu Zeiten, in denen die Linie 35 bisher nicht verkehrt, könnte die Linie 12 über den Lindenberg fahren und so den Anschluss zur Tram sicherstellen.

• Fasanenhof: Führung der Buslinie 12 oder 13 bis zum Wolfsgraben (statt Weserspitze). Geprüft werden sollte eine Weiterführung zur Hasenhecke oder Ihringshäuser Straße.

• Harleshausen: Führung der an der Haltestelle Am Kubergraben endenden Buslinie 10 über die Eschebergstraße zur Rasenallee. Damit wären das Freibad sowie die Achse Eschebergstraße weiter an das reguläre Liniennetz angeschlossen. Abends könnte statt der geplanten Führung der Linie 10 bis Rasenallee ein Kleinbus die Linienwege, Eschebergs- und Ahnatalstraße erschließen.

• Tischbeinstraße: In der Zeit, in der die Buslinie 25 von der Haltestelle Am Weinberg zum Auestadion fährt, könnte dieser Bus bis zur Haltestelle Rathaus/Fünffensterstraße fahren. Die Schaffung einer Wendemöglichkeit im Bereich Rathaus/Ständeplatz sollte für Verkehrsplaner machbar sein. Damit würden Fahrgäste aus Wehlheiden/Tischbeinstraße bis an den Rand der Innenstadt gelangen.

• Wolfsanger: Der VCD kritisiert, dass das Neubaugebiet in Wolfsanger-Nord nicht angefahren wird. Die Buslinie 26 sollte daher auf geradem Weg zur Hasenhecke, die Linie 27 sollte über das Baugebiet zur Ihringshäuser Straße geleitet werden.

Das findet der VCD gut

• Verzicht auf die geplante Taktausdünnung nach 22.30 Uhr

• Beibehaltung der Busverbindungen über den Westfriedhof (heutige Linie 24) und die Tannenwäldchenbrücke (Linie 27)

• Verdichtung des Angebots am Samstagnachmittag

• Die Kapazitätserweiterung im Tramverkehr wird begrüßt, das Konzept aber als zu defensiv eingeschätzt. Die vorgesehene Beiwagenlinie zwischen Ihringshäuser und Frankfurter Straße sei sinnvoll, im Winterhalbjahr sei aber gleichzeitig die Einstellung der Zusatzlinie 5E vorgesehen.

Das findet der VCD schlecht

• Halbierung des Straßenbahn-Angebots im Stadtteil Fasanenhof während über 30 Wochenstunden, vornehmlich abends und am Samstagvormittag

• Streichung der Straßenbahn-Linie 7 am Wochenende zwischen Scheidemannplatz und Bahnhof Wilhelmshöhe

• Takthalbierung auf Straßenbahnstrecken, die zudem die Streichung der Verbindung zur Endstelle Wilhelmshöhe und die Einstellung zur Hessenschanze beinhaltet. Der VCD fordert die Beibehaltung des bisherigen Taktangebots zumindest samstags zwischen 7 und 8 Uhr sowie sonntags zwischen 9 und 10 Uhr.

• Nachbesserungen werden beim Busnetz etwa im Bereich des Lindenbergs sowie an der Eschebergstraße in Harleshausen gefordert.

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