Vier Gemeinden werden eine: St. Elisabeth hat jetzt 8200 Mitglieder

Peter Bulowski

Kassel. Im neuen Jahr gibt es in Kassel statt bisher 14 katholischen Kirchengemeinden nur noch elf. Zum 1. Januar schließen sich die vier Gemeinden St. Bonifatius (Wesertor), St. Elisabeth (Mitte), St. Joseph (Rothenditmold) und St. Laurentius (Fasanenhof) zusammen.

Sie bilden dann die gemeinsame Pfarrei St. Elisabeth. Dieser neuen Großgemeinde gehören dann insgesamt 8200 Mitglieder an.

Die Fusion - es ist die erste innerhalb der katholischen Kirche in der Region - kommt nicht überraschend. Sie wurde seit über einem Jahr vorbereitet und wird von allen vier Gemeinden mitgetragen. Mit dem Zusammenschluss reagiert die Kirche auf sinkende Mitgliederzahlen (vor zehn Jahren hatten die vier Gemeinden zusammen noch 9000 Mitglieder), den Mangel an Priestern und kirchlichem und ehrenamtlichem Personal und knapper werdende Finanzen. Mittelfristig soll durch die Fusion Geld eingespart werden.

Für die Kirchgänger und Gemeindemitglieder wird sich im neuen Jahr kaum etwas ändern. „Die Pfarrei St. Elisabeth ist vor allem eine organisatorische Struktur, die kirchliches Leben vor Ort ermöglicht“, sagt Pfarrer Peter Bulowski. In allen vier Kirchen finden wie bisher Gottesdienste statt, auch die beiden Pfarrer bleiben. Bulowski, der bisher für St. Elisabeth und St. Bonifatius zuständig war, wird sozusagen zum Hauptpfarrer der neuen gemeinsamen Pfarrei. Stefan Krönung (St. Joseph/St. Laurentius) als mitarbeitender Pfarrer ist von Verwaltungsaufgaben weitgehend befreit und kann sich auf Gottesdienst, Seelsorge und soziale Arbeit konzentrieren.

Die neue Gemeinde wird nur noch ein Pfarrbüro haben - und zwar im Gemeindehaus von St. Bonifatius an der Weserspitze. St. Bonifatius ist mit rund 4000 Mitgliedern die größte Einzelgemeinde im Zusammenschluss. An den drei anderen Kirchenorten werden sogenannte Kontaktstellen künftig einmal pro Woche geöffnet sein.

Mit der Fusion wird es auch nur noch einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat und einen Verwaltungsrat geben - bisher hatte jede Einzelgemeinde ihre eigenen Gremien. Dafür noch genügend Ehrenamtliche zu finden, war zuletzt kaum noch möglich, berichtet Pfarrer Bulowski. Die beiden neuen, gemeinsamen Gremien werden am 12./13. März gewählt und machen die neue Pfarrei St. Elisabeth erst komplett. Kandidaten werden noch gesucht.

Ein neues Logo soll den Zusammenschluss anschaulich machen: Es symbolisiert die vier fusionierten Gemeinden als Klammer vor dem gemeinsamen neuen Namen.

Die Fusion wird nicht die letzte in der katholischen Gemeindelandschaft bleiben - auch wenn derzeit konkret keine weiteren Zusammenschlüsse in Vorbereitung sind. „Es ist absehbar, dass der Prozess in den nächsten Jahren weitergehen wird“, sagt Dechant Harald Fischer. Derzeit gibt es 32 600 Katholiken in Kassel. Die Kirche richtet sich aber auf einen weiteren Rückgang ein.

Kontakt: Pfarrei Sankt Elisabeth. Ihringshäuser Str. 3, 34125 Kassel, Tel. 0561-874221, E-Mail: sankt-elisabeth-kassel@pfarrei.bistum-fulda.de

Stichwort: St. Elisabeth seit 1808

Mit dem gemeinsamen Namen „St. Elisabeth“ knüpft die neue Großgemeinde an die gleichnamige seit 1808 bestehende Mutterpfarrei der Kasseler Katholiken an. Die Gemeinde St. Elisabeth war nach der Reformation die erste katholische Kirche in Nordhessen und stand bis zur Bombennacht 1943 an der Stelle des heutigen Staatstheaters. Die heutige Kirche St. Elisabeth am Friedrichsplatz wurde 1959/60 erbaut. (rud)

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