Harleshäuser möchte Kunstsprache Esperanto wiederbeleben

Suchen Mitstreiter: Bernd Hering (links) und Wolfgang Günther wollen Interesse für die Kunstsprache Esperanto wecken. Foto: Richter/nh

Kassel. Der Mediziner Wolfgang Günther ist begeisterter Esperanto-Sprecher und hat eine Vision: Er möchte eine Esperanto-Vereinigung in Kassel gründen. Vor über 15 Jahren gab es bereits eine Gruppe, die 2001 eingeschlafen war, als Günther nach Spanien zog.

Seit Ende der 1970-er-Jahre spricht Wolfgang Günther Esperanto. Eine Bekannte hatte ihm damals das Märchen Rotkäppchen der Brüder Grimm auf Esperanto vorgelesen. Das hatte ihn fasziniert und war Auslöser für ihn, die Sprache zu lernen. Außerdem wollte er herausfinden, ob Esperanto tatsächlich so einfach ist, wie alle sagten. „Innerhalb von 14 Tagen war der Grundwortschatz da. Alles andere war dann nur noch Übung.“

Für den 70-Jährigen zählt die Idee einer gemeinsamen Sprache. Esperanto biete allen Menschen die Möglichkeit, sich zu verständigen, ohne die Muttersprache des Gesprächpartners beherrschen zu müssen. „Jeder sollte mindestens zwei Sprachen sprechen, seine Muttersprache und Esperanto“, sagt Günther.

Somit gehen Nutzer der Sprache einen Schritt aufeinander zu, da sie Esperanto zusätzlich zu ihrer Landessprache erlernen.

Außerdem könne seiner Meinung nach Bürokratie und Energie gespart werden, wenn alle eine gemeinsame Sprache sprechen würden und das Übersetzen überflüssig wäre.

Um seinem Ziel, eine neue Esperanto-Vereinigung zu gründen, näher zu kommen, schloss sich Günther der Kulturinitiative Harleshausen (kih) an. „Er hat bei uns offene Türen eingerannt. Es ist eine gute Idee, dass es eine Sprache gibt, die jeder kann. Esperanto passt wunderbar in das Gesamtkonzept der Kulturinitiative, denn Sprache ist Teil der Kultur“, sagt Bernd Hering, Sprecher der kih.

Für Samstag, 28. Januar, von 16 bis 19 Uhr, und für Sonntag, 29. Januar, von 10 bis 13 Uhr, bietet Günther einen Expresskurs zum Esperanto lernen an. Hier hofft er Esperanto-Begeisterte zu treffen, die auch im Anschluss an den Kurs dabei bleiben möchten. Im Frühjahr wird es an der Volkshochschule einen weiteren Kursus geben.

Übung im Unterrichten hat er bereits, da er in Spanien sechs Jahre lang Esperanto unterrichtete. Unter seinen Schülern befanden sich Deutsche, Engländer, Dänen und Spanier.

Aus Anlass der 1100-Jahr-Feier der Stadt Kassel möchte Günther alle Esperantisten der Partnerstädte Kassels einladen. So soll die Jahrfeier Anlass sein, Esperanto aktiv anzuwenden.

Für den Expresskurs muss eine Teilnahmegebühr von 10 Euro bezahlt werden.

Kontakt: Wolfgang Günther, Tel. 05 61 / 92 19 82 02, oder per Mail an w.guenther.esperanto@web.de

Von Vanessa Richter

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