Porträts und Zitate erinnern an die Besuche des irischen Schriftstellers in Kassel

Der Vordere Westen im Zeichen Samuel Becketts

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Beckett-Präsenz: Ein Porträt des irischen Schriftstellers und der Titel des Romans, in dem er seine Erinnerungen an seine Liebe in Kassel schildert, zieren den Neubau an der Friedrich-Ebert-Straße / Ecke Bodelschwinghstraße. „Dream of Fair to Middling Women - Traum von mehr bis minder schönen Frauen“, erschienen 1932.

Kassel. Er gehört zu den berühmtesten Gästen der Stadt: Von 1928 bis 1932 kam der irische Schriftsteller Samuel Beckett (1906 bis 1989) mehrmals nach Kassel. Achtmal besuchte er die Sinclairs - Verwandte, die im Haus Landgrafenstraße 5 (heute Bodelschwinghstraße) im Vorderen Westen lebten.

Peggy, die 17-jährige Tochter des nach Kassel emigrierten Dubliner Kunsthändlers William Sinclair, war die erste große Liebe Becketts. In seinem halb autobiografischen Frühwerk „Dream of Fair to Middling Women“ (Traum von mehr bis minder schönen Frauen), das er bereits 1932 zu Papier brachte, schildert er die Beziehung zu seiner Cousine.

Eine Bodenplatte vor dem einstigen Wohnhaus der Sinclairs war lange Zeit die einzige Erinnerung an die Besuche des großen Schriftstellers, dessen Werk „Warten auf Godot“ auf allen großen Bühnen der Welt gespielt wird. Dem Ortsbeirat mit dem im Februar gestorbenen, langjährigen Ortsvorsteher, Irland-Fan und Beckett-Kenner Wolfgang Rudolph an der Spitze ist zu verdanken, dass die Verbindung Becketts zu Kassel stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt. Das neue Wohnviertel auf dem ehemaligen Gelände der Bereitschaftspolizei, das an die Bodelschwinghstraße grenzt, trägt Becketts Namen. Rudolph war es auch, der die Verbindungen des irischen Schriftstellers nach Kassel entdeckte und den Anstoß zur Gründung der Kasseler Beckett-Gesellschaft gab.

Werner Krömeke

Nun erinnern Porträts und Zitate an den Nobelpreisträger. Sie zieren unter anderem den Neubau der Investorengemeinschaft Tischler + Klaus an der Friedrich-Ebert-Straße /Ecke Bodelschwinghstraße und das Geschäftshaus an der Friedrich-Ebert-Straße / Gabelsbergerstraße mit dem Rewe-Markt im Erdgeschoss. Weitere Gebäude sollen folgen. Die Idee dazu hatte Architekturmaler Werner Krömeke, der das Projekt auch umsetzt. Die Kosten werden laut Krömeke unter anderem durch Spenden der SMA-Stiftung und des Rewe-Marktes gedeckt, eine Finanzierungslücke will der Ortsbeirat schließen. Geplant ist auch eine Info-Tafel an dem Gebäude neben der Treppe zur Breitscheidstraße zu Beckett und dem Projekt.

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„Wir werden das auf jeden Fall unterstützen“, sagt Ortsvorsteher Steffen Müller (Grüne). „Kultur gehört zum Leben.“ Die Zitate machten neugierig und trügen dazu bei, dass mehr Menschen von Beckett und seiner Beziehung zu Kassel erführen.

Von Ellen Schwaab

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