Videos und Fotos: Tausende Cosplayer in Kassel

Andrang bei Connichi: Je ausgefallener die Kostüme, desto besser

Kassel. Wenn sich schwerbewaffnete Kämpfer, Prinzessinnen und wundersame Elfenwesen im Vorderen Westen tummeln, kann das nur eins bedeuten: Es ist Connichi.

Wir haben zwei junge Frauen begleitet und sie zeigen uns, wie sie sich in Cosplayer verwandeln:

Auf dem Nachttisch liegen noch die Elfenohren aus Gummi vom Vorabend. Am Samstag braucht Larissa Irle die grüne Perücke. Sie will sich als Joker verkleiden, dem fiesen Gegenspieler von Batman. Ihre Freundin Melina Philipp hat schon das aufwändig genähte Kleid im Harlekinstil inklusive Reifrock mit fünf Metern Umfang herausgelegt: Sie wird sich in Jokers Gehilfin Harley Quinn verwandeln.

Aktualisiert um 17.47 Uhr.

Seit 7.30 Uhr sind die beiden jungen Frauen in ihrem Hotelzimmer in Harleshausen auf den Beinen, um sich für die Connichi zurechtzumachen. Cosplayer – so nennt man wie man die Anhänger des Verkleidungsspiels mit Wurzeln in Japan – sind Frühaufsteher. Dabei ist der Großteil der Arbeit für den Auftritt am Samstag schon gemacht: Drei Wochen hat Melina Philipp an ihrem Kleid genäht. „Das ist gar nichts, an manchen Kostümen sitze ich ein halbes Jahr“, sagt die 23-Jährige, die aus dem niedersächsischen Verden kommt und im wirklichen Leben Personaldisponentin bei einer Zeitarbeitsfirma ist.

Ein Koffer voller Schminke

Auch Larissa hat ihr Joker-Outfit selbst geschneidert. „Je aufwändiger und je mehr Eigenarbeit in einem Kostüm steckt, desto besser“, sagt die 20-Jährige aus der Oberpfalz, die eine Ausbildung zur Friseurin macht. Die Verkleidung einfach zu kaufen, kommt für die beiden Freundinnen, die sich über ihr Hobby kennengelernt haben, nicht in Frage.

Für jeden Tag der Connichi haben sie eine andere Figur vorbereitet. Sonntag ist Prinzessinnentag: Da geht Melina als Dornröschen („1180 Perlen habe ich auf das Kleid genäht“) und Larissa als Eisprinzessin Elsa („Jeder Eiskristall ist mit einer anderen Schablone gemacht“). Aber am Samstag erstmal: Batman.

Connichi 2016: So verwandeln sich zwei Frauen in Cosplayer

Schub fürs Selbstbewusstsein

Jetzt geht es ans Make-Up. Die beiden Verkleidungskünstlerinnen haben einen Schminkkasten dabei, der größer als ein Handwerkerkoffer ist. Eineinhalb Stunden verbringen sie vor dem Spiegel bis ihnen die beiden Batmanfiguren entgegenschauen.

Als sie um 10.30 Uhr vor der Stadthalle ankommen, tummeln sich dort schon massenhaft schwer bewaffnete Krieger, Prinzessinnen, Comic-Helden und Fantasiefiguren. Sofort wird das Batman-Duo um Fotos gebeten. Routiniert werfen die beiden jungen Frauen sich in Pose und genießen die Aufmerksamkeit, die sie mit ihren Kostümen erregen. Früher seien sie eher schüchtern und unsicher gewesen, erzählen die jungen Frauen. Über ihr Hobby hätten sie an Selbstbewusstsein gewonnen.

„Man muss dafür keine spezielle Größe haben oder besonders schlank sein“, sagt Larissa. „Seit ich das mache, fühle ich mich wohl so wie ich aussehe.“

Connichi 2016 in Kassel: Bilder vom Samstag

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Rubriklistenbild: © HNA/Schachtschneider

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