neuer Name wird noch nicht verraten

Bekannte Gesichter machen aus Kasseler Starclub neues Varieté

Lernten sich im Starclub kennen: Jörg Heckmann (links) und Gerrit Bamberger an der Haltestation vor dem Varieté, das sie im September unter neuem Namen eröffnen. Foto: nh

Gerrit Bamberger und Jörg Heckmann haben sich einst im Kasseler Starclub kennengelernt. Bald eröffnen die beiden im traditionsreichen Haus an der Goethestraße ihr eigenes Varieté.

Früher standen sie auf und hinter der Bühne des Starclubs, demnächst präsentieren sie selbst die Stars der Varieté-Welt in Kassel: Gerrit Bamberger und Jörg Heckmann übernehmen zum 1. Juli das traditionsreiche Haus in der Goethestraße - dann unter neuem Namen, der noch nicht verraten wird. Der Starclub des bisherigen Betreibers Götz Ohlendorf ist dann Geschichte, aber Kassel wird weiterhin ein Varieté haben.

Der Starclub 

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Eigentlich wollte Ohlendorf im Herbst sein 20. Jubiläum feiern. Am 5. September 1996 hatte er in dem ehemaligen Teppichladen sein Varieté eröffnet. Gerüchte, dass sein Laden vor dem Aus stehe, gab es schon, als Ohlendorf mit dem Starclub von 2003 bis 2009 zwischenzeitlich in der Kurfürsten-Galerie zu Hause war. Voriges Jahr klagten Mitarbeiter und Geschäftspartner, sie hätten ihr Geld nicht bekommen.

Ohlendorf selbst, der derzeit zwölf Mitarbeiter beschäftigt, will sich dazu nicht äußern. Der 52-Jährige weiß noch nicht, was er ab September macht. Über den Starclub mit seiner heimeligen Atmosphäre auf zwei Etagen sagt er: „Ich liebe diesen Raum.“

Die Macher 

Im Starclub lernten sich 2005 auch die beiden neuen Betreiber des Varietés kennen: Bamberger gewann dort als Gerrit v. Bamberg den ersten Kasseler Comedy-Preis, Heckmann sorgte als Techniker für den guten Ton. Später wurde er unter Ohlendorf künstlerischer Leiter. Multitalent Bamberger war für die Gastronomie verantwortlich.

Als er im Winter den „Flic Flac“-Zirkus auf dem Friedrichsplatz moderierte, kam der 42-Jährige mit Hauseigentümer Achim Riemann ins Gespräch. Nun werden Bamberger und sein Kumpel Heckmann gleichberechtigte Geschäftsführer. Beide wissen, dass es Varietés gegen die große Entertainment-Konkurrenz schwerer haben als vor 20 Jahren, als es etwa noch keine Streamingdienste gab. Aber sie sind sich sicher, dass es auch in Kassel ein Publikum für die traditionelle Mischung aus Gesang, Akrobatik, Zauberei und anderen Kunstformen gibt: „Bei uns sitzt man immer in der ersten Reihe“, sagt Heckmann (49), der als Künstleragent arbeitet und Stars wie Olaf Schubert in die Region holt.

Das Konzept

Um jüngeres Publikum in sein Haus zu locken, will das Duo mit dem Saisonstart im September vielseitiger werden. Neben dem Varieté-Programm soll es Lesungen, Poetry-Slams und Auftritte von Comedians geben. Auch Zauber- und Jonglage-Workshops sind geplant. Zudem wollen Bamberger und Heckmann weg vom Nummern-Varieté. Sie setzen mehr auf Konzept-Shows, wo nicht nur der Conférencier der rote Faden ist, der alles zusammenhält.

Mit kleineren Umbauten wollen sie die Platzzahl von 125 auf 150 erhöhen. Eine lange Sommerpause wird es nicht mehr geben. „Ein Laden kann nur Geld abwerfen, wenn er auf ist“, sagt Bamberger. Seinen Job als Schreiner bei der Firma Ton Direkt hat er bereits gekündigt. Auf der Bühne will er nicht öfter stehen als in der Vergangenheit. Trotzdem wird er mit seinem Geschäftspartner bald „mehr Zeit verbringen als mit meiner Frau“.

Derzeit erörtert er mit Peter Dams alias Brian O’Gott, ob der seinen legendären Kasseler Komedy-Klub Kakk ab Herbst in seinem Varieté wieder eröffnen will. „Wir verhandeln mit Gott“, sagt Bamberger.

Das aktuelle Programm „Dolce Vita“ läuft noch bis 12. Juni, donnerstags bis sonntags, im Starclub, Goethestraße 29-31. Karten: 0561/5987851, www.starclub.de

Zu den Personen 

Gerrit Bamberger (42): Der gebürtige Kasseler machte eine Ausbildung zum Schreiner und studierte Produktdesign. Seit 2003 tritt er als Comedian auf. Der Vater von drei Kindern lebt mit seiner Familie im Grebensteiner Stadtteil Schachten. www.gvonbamberg.de

Jörg Heckmann (49): Stammt aus Eschwege, wo er 1985 das Open-Flair-Festival mitgründete. Heckmann studierte Englisch, Politikwissenschaft und Publizistik in Göttingen, war DJ in der Disko Porträt in Waldkappel sowie technischer und künstlerischer Leiter im Starclub. Zudem arbeitet er als Künstleragent. Er lebt in Kassel.

Mehr zum Starclub finden Sie im Regiowiki.

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