Unterwerk bleibt wohl erhalten

Betonklotz am Bebelplatz: Die unendliche Suche nach Alternativen

Grau neben bunt: Das Gleichrichterunterwerk rechts neben der Trafostation der Städtischen Werke bleibt bis auf Weiteres auf dem Bebelplatz. Foto: Ludwig

Vorderer westen. Seit Dezember 2014 steht auf dem Bebelplatz ein grauer Zweckbau der KVG. Das sogenannte Unterwerk soll der Stromversorgung der Straßenbahnen dienen.

Allerdings ist es nie in Betrieb gegangen. Weil das unästhetische Bauwerk für Widerstand im Stadtteil sorgte, versprach Stadtbaurat Christof Nolda, mit der KVG nach Alternativstandorten zu suchen.

Nun sieht es so aus, als müssten sich die Anwohner an den Anblick gewöhnen. Die Stadt hat trotz Bemühungen in 15 Monaten keine geeignete Fläche gefunden. Nolda räumt Schwierigkeiten ein, will aber noch nicht aufgeben.

Für den Bau des Unterwerks hatte die KVG bereits seit Jahren eine Baugenehmigung in der Schublade. Insofern waren viele überrascht, als plötzlich Ende 2014 das Bauwerk neben der bemalten Trafo-Station der Städtischen Werke hochgezogen wurde. Mit der KVG verständigte sich Nolda seinerzeit darauf, zunächst nicht die nötige Technik in den Betonbau zu installieren. Gemeinsam solle nach anderen Standorten in der Nähe gesucht werden.

Auf dem Areal der Rosenkranzkirche am Bebelplatz schien eine Fläche gefunden. Direkt neben dem Gemeindehaus der katholischen Gemeinde St. Maria sollte das Unterwerk platziert werden. Diese Pläne hatten KVG und Stadt aber ohne die Kirche gemacht. Sowohl die örtliche Gemeinde wie das zuständige Bistum in Fulda lehnen das Vorhaben ab. Befürchtet wird die Strahlung, die von dem Unterwerk ausgehe. Zudem möchte die Kirche nicht ein solches Bauwerk auf dem Grundstück haben. „Eine angeforderte Unbedenklichkeitsbescheinigung der Stadt Kassel liegt uns bis dato nicht vor“, teilt ein Bistumssprecher auf HNA-Anfrage mit.

Andere Varianten, etwa das Bauwerk im Boden zu versenken, seien viel zu teuer und störanfällig, sagt Nolda. Allein in dieser oberirdischen Form kostet das Unterwerk laut KVG 700 000 Euro – teuer ist vor allem die Technik, die den Wechselstrom aus dem öffentlichen 10 kV-Netz in 600 Volt Gleichspannung wandelt und in die Oberleitungen der Schienentrassen einspeist.

Im Bereich des Bebelplatzes werde ein Gleichrichterunterwerk benötigt, so KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Die vorhandenen Werke an der Westerburgstraße und der Schanzenstraße lägen zu weit auseinander, um eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten. Sie versorgen die Bahnen der Linien 1, 3 und 7 im Bereich Wilhelmshöher Allee sowie die Tramlinien 4 und 8 auf der Friedrich-Ebert-Straße. Wegen der gekoppelten Bahnen der Linie 1 und dem höheren Gewicht moderner Trams (Klimaanlagen etc.) sei der Strombedarf gestiegen.

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