Suche nach Alternativen ist gescheitert

Betonklotz auf dem Bebelplatz bleibt

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Der Klotz bleibt stehen: Das Unterwerk der KVG, das 2014 auf dem Bebelplatz errichtet wurde, bleibt trotz heftiger Anwohnerproteste an seinem Standort. Die Suche nach alternativen Standorten ist gescheitert. 

Vorderer Westen. Das graue Unterwerk zur Stromversorgung der Straßenbahnen auf dem Bebelplatz im Kasseler Stadtteil Vorderer Westen bleibt an seinem Platz.

Diese Nachricht von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) nahm der Ortsbeirat Vorderer Westen während seiner jüngsten Sitzung mit Empörung und Enttäuschung auf. Die Stadt will mit 50.000 Euro das Bauwerk auf dem Bebelplatz neu gestalten lassen.

Die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) hatte den Klotz 2014 neben der bemalten Trafostation der Städtischen Werke auf dem Bebelplatz errichten lassen.

Noch im Februar hatte der Beirat einstimmig die Verlegung des Zweckbaus gefordert. Nolda hatte bereits kurz nach dem Bau zugesagt, sich um Alternativen zu bemühen. Diese haben sich nun zerschlagen. Der von Ortsbeirat und Bürgern als unerträglich störend empfundene Zweckbau wurde als „hässlicher Betonklotz“, als „städtebauliche Zumutung“, als „optisches Schandmal“ kritisiert.

Nolda nannte die hohen Mehrkosten als Gründe für die Entscheidung, das Bauwerk an seiner Stelle zu belassen. Als Alternativstandorte im Gespräch war zunächst das Areal der Rosenkranzkirche gewesen, was die Kirche aber ablehnte. Nolda sagte gegenüber der HNA, dieser Standort hätte zudem 275.000 Euro Mehrkosten bedeutet.

Der andere Standort hätte im Bereich Heinemannstraße/Aschrottstraße (hinter der Stadthalle) liegen können. Hier wären jedoch aufgrund technischer Erfordernisse 450.000 Euro fällig gewesen, so Nolda. So hätte eine Kabelverbindung in Richtung Bebelplatz gelegt werden müssen. „Ich entschuldige mich dafür, dass keine Lösung gefunden wurde. Es gab zwar vor Baubeginn eine enge Abstimmung zwischen KVG und den Ämtern, diese erfolgte aber ohne öffentliche Teilhabe und führte letztlich zu einem schlechten Ergebnis“, so Nolda.

Der Stadtbaurat wies auch darauf hin, dass im Städtebau künftig verstärkt mit derartigen Bauwerken zur technischen Versorgung gerechnet werden müsse.

Verärgert meldete sich auch Sitzungsbesucher Friedel Deventer, der die benachbarte Trafostation künstlerisch bearbeitet hatte, zu Wort. Er fühle sich in seinen Rechten als Künstler beeinträchtigt. Auch den freien Gestaltungswettbewerb, der nun für die Umgestaltung ausgerufen werde, lehnte er ab. Für den vorgesehenen Wettbewerb stehen 50.000 Euro zur Verfügung, die aber bereits beim Bau des Unterwerks eingeplant waren. 

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