Nach Krieg tagten dort Stadtverordnete

Historischer Blauer Saal strahlt wieder

Historischer Raum in neuem Glanz: Der Blaue Saal im Kongress Palais ist der wohl schönste Saal in der Stadthalle und nun umfassen saniert worden. Foto: Kassel Marketing

Kassel. Der Glanz ist zurück: Für 125.000 Euro wurde der Blaue Saal im Kongress Palais saniert. Seit der Einweihung der Stadthalle im Jahr 1914 war der Raum nicht mehr so umfassend restauriert worden.

Dabei ist das Bauwerk eines der wenigen, das den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden hat.

Eine opulente Kassettendecke, blattgoldverzierte Säulen und jede Menge Stuck machen den Blauen Saal wohl zu dem schönsten historischen Saal in der Kasseler Stadthalle. Seit Mitte Juli war der 660 Personen fassende Raum eingerüstet gewesen. Vor wenigen Tagen haben die Mitarbeiter der Firmen Schalles Malerwerkstätten aus Kassel und Christ aus Schauenburg die Arbeiten beendet.

Die Decken- und Wandoberflächen sowie die Putz- und Stuckelemente wurden mit neuer Farbe versehen. Der Goldton wurde in Rücksprache mit dem Denkmalschutz aufgetragen, um eine historisch korrekte Farbgestaltung sicherzustellen.

Der Bau der Stadthalle ging auf eine Initiative des jüdischen Textilunternehmers Sigmund Aschrott zurück, der auch den Vorderen Westen gegründet hatte. Aschrott stellte den Bauplatz der Stadt Kassel zur Verfügung mit der Auflage, sie möge dort ein kulturelles Zentrum bauen. 1911 begannen die Bauarbeiten.

Der Blaue Saal hat schon viel gesehen: So tagten dort in der Nachkriegszeit die Stadtverordneten, weil das Rathaus bei der Bombardierung Kassels zu stark zerstört worden war. Die Stadthalle selbst überstand den Krieg fast unversehrt. Nur die Eingangshalle wurde von einer Brandbombe getroffen. Wegen ihres guten Zustands diente die Stadthalle auch dem ausgebombten Staatstheater bis zur Fertigstellung des Theaterneubaus im Jahr 1959 als Spielstätte.

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