Diakonie Kliniken haben neuen Operationssaal für zwei Millionen Euro eröffnet

Hightech-Operationssaal: Geschäftsführerin Dr. Stefanie Schwembauer (Bildmitte, von links), Issam Moussa, Leitender Arzt der Interventionellen Radiologie, Dr. Emilia Stegemann, Leiterin Innere Medizin, und Prof. Thomas Bürger, Leiter der Gefäßchirurgischen Abteilung, standen bei der Eröffnung des Hybrid-OP den Besuchern Rede und Antwort. Fotos: Konrad

Kassel. Menschen mit Gefäßerkrankungen sollen künftig in den Kasseler Agaplesion Diakonie Kliniken schonender, sicherer und schneller behandelt werden können.

Am Dienstag ist in der Gefäßchirurgischen Abteilung der Kliniken ein neuer Hybrid-Operationssaal eröffnet worden. Das Besondere: Mehrere Therapieverfahren können dort gleichzeitig vorgenommen werden.

Laut Prof. Thomas Bürger, Leiter der Gefäßchirurgischen Abteilung, vereint der neue OP bildgebende Technik und Diagnostik wie Computer- und Kernspintomografie mit einer klassischen OP-Einrichtung. Zwei Millionen Euro haben die Kliniken in die Einrichtung des Hybrid-OP investiert.

Mehr als 50 Besucher nutzten nun die Gelegenheit, den neuen OP-Saal zu besichtigen. Dort zeigen Monitorsysteme während eines Eingriffs aktuelle Bilder, die mit vorherigen Aufnahmen des Patienten kombiniert werden können. So kann der Arzt laut Bürger in 3D-Technik millimetergenau innerhalb des Gefäßsystems virtuell navigieren. Das System ermögliche die Darstellung von Details, die mit bloßem Auge nicht sichtbar seien. Prothesen, mit denen beispielsweise Verdickungen der Bauchschlagader (Aneurysmen) behandelt werden, könnten so noch genauer platziert werden. Bürger: „Sogar kleinste Seitenäste der Hautschlagader können mit versorgt werden.“ Im Notfall könne im Hybrid-OP ein minimalinvasiver Eingriff in eine offene Operation umgestellt werden, ohne dass der Patienten umgelagert oder transportiert werden müsse.

Bei der Behandlung von Gefäßerkrankungen arbeiten an den Diakonie Kliniken, seit 2004 zertifiziertes Gefäßzentrum, die Abteilungen Gefäßchirurgie, Innere Medizin und Angiologie (Fachgebiet für Gefäßerkrankungen) sowie Radiologie eng zusammen. Laut Dr. Emilia Stegemann, Leiterin der Inneren Medizin und Angiologie, gibt es insgesamt 216 Gefäßerkrankungen, die weit reichende Folgen für den ganzen Körper haben können. Deshalb sei eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche notwendig, darunter auch Kardiologie, Nephrologie (Fachgebiet für Nierenerkrankungen) und Diabetologie.

Jörg Marx, Vorstandsmitglied der Agaplesion gAG, und Klinik-Geschäftsführerin Dr. Stefanie Schwembauer bezeichneten den Hybrid-OP als „Meilenstein“ und „enormen Mehrwert“ in der Patientenversorgung.

Zuvor nutzten etwa 100 Menschen die kostenfreie Vorsorgeuntersuchung zur Diagnose einer Verdickung der Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma). Sie zählt zu den häufigsten und gefährlichsten Gefäßerkrankungen und bildet einen Behandlungsschwerpunkt im Gefäßzentrum der Diakonie-Kliniken. Laut Bürger wurde in drei Fällen eine Verdickung der Bauchschlagader festgestellt.

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